Ansichten eines Aktienanlegers

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Verluste vermeiden III.

Verkaufen an Entscheidungspunkten

Hat der Markt in diesen Tagen sein Top erreicht?

Niemand weiß es. Auch ich nicht. Aber ich habe einen untrüglichen Anzeiger. Jeder Aktionär hat ihn. Es ist der Blick ins Depot. 

Gute Marktexperten können womöglich den Höhepunkt einer Kursentwicklung vorhersagen, sogar den exakten Zeitpunkt treffen, da der Markt kippt. Mein Problem ist, ich weiß erst hinterher, welcher Experte gut war, also recht hatte, und welcher falsch lag. Bonusproblem: Ein Experte, der letztes Mal recht hatte, wird nächstes Mal womöglich falsch liegen. 

Eventuell wird er gerade deswegen in die falsche Richtung gehen, da es beim vorigen Mal die richtige war, und er immer noch glaubt, sein Vorhersageerfolg habe an seinem Können gelegen, dabei war es Zufall gewesen. 

Ich vertraue beim Depotmanagement weniger auf Experten, ich schaue auf den Depotstand. Fängt dessen Kurswert an zu fallen, werde ich aufmerksam. Eventuell ändert sich gerade der Marktcharakter, wandelt sich vom beständigen Hochschieben zur Topbildung, zum Abbröseln. — Einem fühlbaren Kursrückgang gehen oft derartige Phasen voraus. 

Solche Signale sind es, auf die ich achte, mein Depot ist der Anzeiger. Je nach Zeithorizont werde ich dann erste Risiken zurücknehmen, also verkaufen.

Der Depotstand hängt davon ab, was reale Käufer an realem Geld an jedem Handelstag bereit sind, mir für meine Aktien zu zahlen. Das kann ich Tag für Tag verfolgen, das ist Wahrheit. Wenn der Anstieg zunächst ins Stocken gerät, dann Depotwerte nachgeben, dann kommen je nach Zeithorizont der Investition Entscheidungspunkte. Diese Punkte sind Handlungsaufforderungen. Denn die richtig großen Verluste entstehen oft an Folgetagen: Man hat einen ersten Verlust erlitten, will nicht wahrhaben, dass der Entscheidungspunkt, der Stopp erreicht ist, an welchem die eigene Investitionsidee vom Markt falsifiziert … auf Klarsprech: in die Tonne getreten wurde. Man bleibt also drin, das wird schon wieder. Der Markt ist brutal: Am nächsten Tag reißt es den Wert richtig herunter.

Der Aufstieg ist langsam, herunter geht es schnell. Das ist ein häufiges Muster. Psychologisch ist es nachvollziehbar. Investoren haben Ängste, Großinvestoren haben große Ängste, rutscht ein Wert, verkaufen sie, nach Gründen fragen kann man hinterher. Auch zurückkaufen kann man hinterher. 

Aktienmarkt Grundlagen

Verluste vermeiden I.

Falsche Hoffnungen, Kurskatastrophen. → Wie ich ihnen ausweiche.

Verluste vermeiden II.

Heftige Zwischenerholungen, tiefere Tiefs: Zeichen einer Korrektur. → Jetzt richtig verhalten.

Verluste vermeiden III.

Wenn morgen Verluste drohen: Der erfahrene Aktionär weiß es schon heute. Aufgrund eines einfachen Alarmgebers. → Das ist er.