Ansichten eines Aktienanlegers

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Vermögensbildung auf schwäbische Art

21.5.2021 - Ein Interview mit Tim Beckmann. Er ist Business Development Manager beim Deutschen Sparkassenverlag. Die Fragen stellt depoleon.de-Autor Frank Sauerland.

Sie sind bei der Sparkassen Finanzgruppe WOL-Manager. Wofür steht die Abkürzung und was macht ein WOL-Manager?

Tim Beckmann: Ich arbeite im Deutschen Sparkassenverlag, das ist ein Unternehmen der DSV-Gruppe. Das ist eines von über 600 Unternehmen, die in Summe die Sparkassen-Finanzgruppe darstellen, also alle Sparkassen, LBSen, die Deka, öffentliche Versicherer und vieles mehr. Dort bin ich in erste Linie Business Development Manager für Software-Lösungen. Zusätzlich bin ich WOL-Mentor. WOL steht für Working Out Loud und ist eine Selbstlernmethode, in der fünf Leute, über zwölf Wochen, jeweils eine Stunde ein persönliches/individuelles Lernziel verfolgen und sich gegenseitig unterstützen/vernetzen.

Warum ist WOL wichtig?

Tim Beckmann: WOL ist aus meiner Sicht bestens geeignet, um die digitale Transformation, Digitalisierung, Vernetzung in der Unternehmen - aber auch im privaten Umfeld, da die Ziele dienstlich, aber durchaus auch privat sein können - zu fördern und unterstützen. WOL basiert auf fünf Haltungselementen: Arbeit sichtbarer machen, Wissbegier, Großzügigkeit, Denken in Netzwerken und Offenheit/Neugier → raus aus der Komfortzone. Also alles wichtige Zutaten, die jeder braucht 😊

Welches ist im Privatbereich Ihre bevorzugte Anlageform und -strategie?

Tim Beckmann: Schaffe, schaffe, Häusle bauen — ich habe als Rheinländer die schwäbische Anlageform bevorzugt. Das heißt: viel fließt in das eigene Haus. Desweiteren haben wir einen ETF (MSCI World), weitere Aktien-Fonts (auch einen in Nachhaltigkeit von der LBBW), zwei reine Aktien-Titel, die VL in Summe mit 100 Euro im Monat gehen auch noch mal in einen DividenStrategie CF von der Deka. Momentan überlegen wir auch, was mit Bitcoin auszuprobieren, da der große Sohn sehr begeistert von seinem Invest berichtet.

In welchen gesellschaftlichen und/oder wirtschaftlichen Bereichen wird gerade unsere Zukunft gemacht, in welchen wird eher Vergangenheit verwaltet?

Tim Beckmann: Ich hoffe ganz arg stark, dass wir aus der Corona-Situation als Nation was lernen. Das heißt starke Investition in Digitalisierung, nicht nur Technik, sondern auch die Menschen. Siehe WOL - gibt es auch als Variante for Education. Bio-/Green-Tech muss der neue Export-Schlager aus Made in Germany sein, siehe BioNTech. Mir kommt es so vor, als ob die Politik und leider auch die Verwaltung noch in der Vergangenheit verhaftet sind — einfach mal machen ist hier selten bis gar nicht vorhanden, obwohl man man ja immer von Milliarden liest, die bereit liegen, die aber keiner einsetzt.