Ansichten eines Aktienanlegers

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Lage & Szenarien vom 15.11.2020

Die Fallzahlen steigen, die Kurse auch

Drei große Themen zerren, natürlich von unterschiedlichen Richtungen, an den Kursen und an meinen Nerven. Vor allem an den Nerven.

  1. Corona. Die Fallzahlen. Machen wir uns nichts vor. Sie steigen beängstigend. In der Grafik zu sehen sind die registrierten Fälle in den USA, die Fallzahlen steigen steil, im November sozusagen mit zugeschaltetem Nachbrenner (Quelle NYT, die Grafik ist nur zu sehen über meinen privaten Emailverteiler). Dabei hat der Winter noch nicht mal begonnen. Abgesehen von den menschlichen Schicksalen, die sich hinter den Zahlen verbergen: Was mag das aus wirtschaftlicher Sicht für die Umsätze der (Aktien-)Unternehmen bedeuten und für deren Kurse?!
  2. Das billige Geld. Die Zinssätze sind niedrig, teilweise zahlen Investoren Negativzinsen auf Bareinlagen, was bedeutet, dass die Anleger unter Druck stehen: Sie müssen anlegen. Je mehr Bareinlagen sie haben, je mehr Druck verspüren sie. Institutionelle Anleger hantieren mit Milliarden. Solche Milliarden bewegen Kurse. Wir kleinen Fische, wir schwimmen nur mit.
  3. Die Saisonalität. Der Black Friday läutet die selige, die konsumselige Weihnachtszeit ein. Es ist traditionell und mit guten Gründen regelmäßig die stärkste Aktienzeit im Jahresverlauf.

Verständlich, dass der Markt sich nicht entscheiden kann, ob er rauf oder runter will, und ich mir als Anleger den Kopf kratze …

Sollte Frank etwa ratlos sein?

Siehste!

Das höre ich schon 😊 Er weiß es also auch nicht.

Aber genau. Ich weiß es auch nicht.

Nun … hier kommt der Unterschied. Es könnte sein, dass ich als Anleger andere Schlussfolgerungen aus meinem Nichtwissen ziehe, als andere erwarten.

Diejenigen, die sagen, ich wisse es auch nicht, wie es weitergeht mit den Kursen …

- Das „auch” ist das wichtige Wort in dem Satz! -

… die wissen es also selbst nicht und sie erhoffen sich von mir, von einem anderen, von irgendeinem vermeintlichen Experten, von Gurus, Warren Buffett, wem auch immer: dass er ihnen sagt, wie sie sich verhalten sollen gegenüber einem solchen Markt, an dem von mehreren Seiten gezerrt wird.

Natürlich wird kein Buffett, Guru, Frank es ihnen sagen können. Weil niemand die Zukunft kennt. Außer dem einen da ganz oben und auch da bleiben Fragezeichen.

Was macht der Verunsicherte?

Ich wette darauf: Er bleibt abseits stehen, die Hände in den Taschen, macht ein skeptisches Gesicht. Genau da könnte der Unterschied sein. Ich mache auch ein skeptisches Gesicht, aber ich gehe damit in den Markt.

Oh … gefährlich. Unsicher. Du weißt doch nicht, was passieren wird.

Ja. So ist es. Ich akzeptiere das. Ich muss es akzeptieren als Aktienanleger. Sonst spielte ich in der falschen Liga, sollte mein Sparbuch entmotten oder zum Münzhändler meines Vertrauens gehen.

Corona kann den Markt jederzeit abschießen. Einfach indem die ersten Marktteilnehmer beginnen, sich zu fürchten. Davor, dass die Wirtschaft die steigenden Infektions- und Todeszahlen nicht mehr so ohne weiteres wegstecken kann, sich die Krise nicht länger mit Geld wegdrucken lässt. Fürchten sich die ersten und verkaufen, dann folgen schnell die nächsten, das ist Börse. Rauf langsam, runter schnell.

Mr. President elect Biden kann den Markt jederzeit abschießen. Zum Beispiel indem eine gesundheitliche Attacke ihn, den Erwählten, noch vor der Inauguration am 20. Januar dahinrafft. Gott beschütze ihn. Aber der Mann ist 77 Jahre alt. Kurzfristig ist alles möglich.

Dennoch bin ich im Markt.

Aus Gründen:

Kurzfristige. Der letzte Freitag (13.11.). Boah. Oben ist der freitägliche Tageschart des breiten US-Index S+P 500 zu sehen.

Jede Kerze bedeutet 15 Minuten Handelszeit. Es geht streng nach oben, wie mit dem Lineal gezeichnet. Am Handelstag-Ende dann … ein klein wenig Verpasse-Panik kommt bei den quicken Jungs auf … man bringt sich schon für Montag in Stellung und kauft, was bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Für Montag erwarten die Käufer ein Überraschungs-Gap-up. Ein Widerspruch in sich … wir werden sehen. Jedenfalls: Das ist ein bullisher Markt, er will nach oben. Wenn nichts dazwischen kommt. Besser ich bin dabei …

Langfristige. Die Kavallerie ist unterwegs, die Biontech-Pfizer-Impfung. Bei ihr wird es nicht bleiben, weitere berittene Einheiten werden sich anschließen, andere Medizin-Unternehmen mit anderen Impfbewaffnungen. Der Erfindungsreichtum des Menschen ist unerschöpflich. Besonders wenn pekuniäre Belohnung winkt. — Dann ist da noch Biden. Er wird Geld in die Hand nehmen. Mit Steuergeld und den damit finanzierten Projekten kauft man sich einen Platz im Geschichtsbuch. Nur zur Sicherheit, falls ansonsten in der Welt in den kommenden vier Jahren nichts passiert, was große Taten eines großen Staatsmannes erfordert.

Meine Schlussfolgerung: Ich …  - die komplette Analyse lesen: über meinen privaten Emailverteiler..