Ansichten eines Aktienanlegers

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Lage & Szenarien vom 11.10.2020

Weniger diskutieren, mehr investieren

Was für eine Woche! Im Lage & Szenarien von letzter Woche schrieb ich, von dem freitäglichen Rücksetzer (2.10.) sollten wir uns nicht verrückt machen lassen, sondern:

"Ich werde mich also hinter den Markt stellen und reagieren."

Wie ich schrieb, so handelte ich. Stellte mich hinter den Markt. Am Montag (5.10.) riss es die Kurse hoch, am Dienstag kam der Rücksetzer, der viele irritierte. So liebt es der Markt, er verunsichert uns gern maximal, macht uns nervös … Aber der Rücksetzer blieb oberhalb der Freitagskurse (siehe Grafik des S+P 500 Index unten, Tageskerzen): ein deutlicher Hinweis, wohin es eigentlich gehen sollte … Und richtig, am Mittwoch kannten die Kurse nur eine Richtung, nach oben. Weiter stelle ich mich hinter den Markt und reagiere nur. Das Erwartete tritt ein, unterinvestierte Börsianer sehen die Kurse davonfahren und springen Donnerstag auf. Die Folge, natürlich, sind anziehende Kurse, und dann gibt es noch die Prognostiker, welche die Übertreibung sehen und fallende Kurse prognostizieren. Die Prognostiker kaufen sich dann am Freitag in den Markt ein zu weiter höheren Kursen, denn auch sie wollen noch etwas vom Kuchen abhaben und treiben die Kurse weiter.

Lage. Da stehen wir nun. Mit satten Gewinnen, träge geworden und bange und fragen Frank: Wie wird es weitergehen?

Mädels, ich weiß es auch nicht.

Ich stehe hinter dem Markt, nicht vor ihm.

Was bedeutet „hinter dem Markt stehen”?

Ich fahre Emotionen zurück, ich will nicht recht haben, ich akzeptiere die Richtung der Kurse und sage ihnen nicht, das ist aber falsch, was ihr da macht, weil a)b)c) — hier lassen sich mannigfaltige Gründe einfügen, warum die Kurse nicht da stehen sollten, wo sie stehen.

Aber es geht uns bei Investitionen am Aktienmarkt nicht darum, mit dem Markt zu diskutieren (das kann man nicht, der Markt ist keine ansprechbare Person, sondern eine zu Zahlen abstrahierte Mehrheitsmeinung). Es geht uns bei Investitionen um Gewinne. Weniger diskutieren, mehr investieren. Könnte das Motto sein. Wenn man nur wüsste, in was und wann man investieren sollte …

Szenarien. Ich sehe einen starken Markt. Starke Märkte sterben keinen Sekundentod. Es sei denn, ein schockartiges Ereignis trifft sie. Eine Atombombe ist ein Schock. Steigende Coronazahlen sind es kaum, sie lassen sich schrittweise verarbeiten; solange sie nicht exponentiell in die Höhe schießen. Insofern sehe ich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf der Oberseite des Kursgeschehens, vielleicht noch mal ein kleiner Verschnaufer, um uns erneut zu irritieren.

Aber wenn es ganz anders kommt, Frank?! Das schöne Geld, das dann verbrannt wird! — Ich stehe hinter dem Markt. Geht es abwärts, dann gibt es da den großen roten Knopf. Auf dem steht „Verkaufen”, und ich habe kein Problem damit, ihn zu drücken.

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