Ansichten eines Aktienanlegers

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Lage & Szenarien vom 7.3.2021

Erst Heulen und Zähneklappern, dann startet die Kursrakete

(...) Die nachgereichten Begründungen für den Verlauf der letzten Handelswoche mögen sogar in der großen Linie richtig sein. Dennoch sind sie nur nachträgliche Konstruktionen, welche Logik in ein Geschehen bringt, das in seinem Ablauf für den menschlichen Geist nicht vorherzusagen war. Das hält er nur schwer aus, unser Verstand. Ein zufälliges Marktgeschehen können wir als Vernunftwesen nicht akzeptieren. Wir brauchen Begründungen, wir brauchen Logik, auch wenn sie nur nachgereicht ist. - Klar ist aber:

Die Logik hilft dem Anleger wenig für die kommende Woche. Auch mit obiger Markterklärung steht er nämlich ohne Marktprognose da. Ersatzweise kann er die Börsenvorhersage eines Menschen nehmen, den er für sich zum Experten erkoren hat; bei Lichte betrachtet, kann der Experte aber ebenfalls kaum eine ernstzunehmende Vorhersage treffen, da er die Zukunft nicht kennt. Das Einzige, was ich als Privatanleger machen kann, ist Wahrscheinlichkeiten zu wägen. Es ist eine rationale Methode zu ergründen, wo ich mit meinen Anlagen im Markt stehe; damit kann ich im besten Fall einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern erringen.

Darum geht es für den Investor: Den kleinen Vorteil zu haben gegenüber anderen. Statistisch gesehen reicht das. Mehr sollte es kaum sein. Denn je größer mir mein Vorteil erscheint, je stärker wird die Gefahr, die größere Wahrscheinlichkeit zur Wahrheit umzudeuten. Wenn ich aber die Wahrheit gefunden habe, dann habe ich automatisch recht. An der Börse hat jedoch grundsätzlich jemand anderes recht: Das ist der Markt, und der Markt liebt es, andere Wahrheitsfinder und Rechthaberglauber neben ihm zu bestrafen. Umso härter, also teurer, umso mehr sie glauben, sie hätten doch recht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein etablierter Trend weiterläuft, sie ist größer, als dass ein Trend bricht.

Die drei Balkencharts (nur in der Email) zeigen mir Trends. Jeder Balken steht für eine Branche oder einen Marktsektor. Die Balken verdeutlichen mir schnell, in welchen Sektoren etwas „geht”, in welchen Sektoren die Anleger eher verkaufen.

Schaue ich mir die Sektoren auf unterschiedlichen Zeitebenen an, bekommt das Bild Tiefenschärfe und ich kann meine Szenarien auf unterschiedliche Anlagehorizonte zuschneidern (...) Zur Vorbereitung der kommenden Börsenwoche schreibe ich als Privatanleger regelmäßig sonntags die Marktbetrachtung "Lage & Szenarien" und verschicke sie über meinen Emailverteiler an andere Privatanleger, hier eintragen - Obenstehender Chart, weitere Charts in der Email mit freundlicher Genehmigung von Finviz.