Ansichten eines Aktienanlegers

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Lage & Szenarien vom 19.6.2022

Bär mit Biss

Von Frank Sauerland

4 Prozent geht es im DAX bergab in der gerade überstandenen Woche. 5,8 Prozent Minus sind es beim US-Leitindex S+P 500. In der führenden Aktienanleger-Nation USA ist das einer der schärfsten Kursrückgänge, seit die Covid-Pandemie im März 2020 die Kurse in die Knie zwang.

Dreh- und Angelpunkt der Woche ist der Mittwoch: US-Zentralbankchef Jerome Powell tritt vor die Öffentlichkeit und kündigt eine Zinsanhebung beim Dollar um 0,75 Prozent an. Die Kurse machen einen Freudensprung, zunächst. Die kräftige Zinsanhebung ist erwartet worden, sie hat sich bewahrheitet, die Unsicherheit entweicht aus dem Markt. Doch über Nacht ändert sich die Einschätzung der Börsianer, und am nächsten Handelstag ist die Freude über die erwarteten 0,75 Prozent umgeschlagen in die Furcht vor einer Rezession, welche durch diese und angekündigte weitere Zinserhöhungen ausgelöst werden könnte.

Da stehen wir nun. Tief im Krater, der durch Verluste ins Depot gerissen wurde. Oder hoch auf einem Berg von Cash, bei dem recht unklar ist, wie davon runterzukommen ist, ohne alles ins Rutschen zu bringen.

Der Mensch im Verlustkrater ist der interessantere Fall, denn ihm bietet sich eine seltene Gelegenheit. Zumeist geht es an der Börse aufwärts, das ist das Erfolgsgeheimnis dieser von der Masse unterschätzten Anlageform. Seltener schlappen die Kurse ein bisschen abwärts, noch seltener geht es im breiten Markt kräftig und ausdauernd, über Tage und Wochen abwärts. In einer solchen Phase befindet sich der Markt gerade, und der Unglücksrabe im Krater hat sich in solcher Spezialphase zusätzlich in eine missliche Lage gebracht.

Sie ist teuer. Also sollte er etwas verlangen für sein Geld.

Zumindest Erkenntnis darf es sein, wenn wir schon die Kurse nicht für ihn hochstemmen können. → Hier ist sie, die Erkenntnis

Gastbeitrag von Michael Schulte

Was für einen Bärenmarkt typisch ist

22.6.2022 - Wir befinden uns eindeutig in einem Bärenmarkt und das nicht erst seit der S&P500 diese lächerliche und willkürliche Grenze von 20% Minus durchschlagen hat, ein Wert den irgendwann irgendjemand mal willkürlich festgelegt hat, der mit dem Charakter eines Bärenmarktes nichts zu tun hat, aber trotzdem zuverlässig für mediales Geplapper sorgt.

Ich erkläre jetzt mal den fundamentalen Unterschied, der rein gar nichts mit der Fallhöhe zu tun hat.

Eine Korrektur ist eine Unterbrechung eines bestehenden Trends, der danach seinen Pfad wieder aufnimmt. Eine Korrektur ist also immer zeitlich begrenzt, eine temporäre Unterbrechung der übergeordneten Richtung.

Typisch für Korrekturen sind daher singuläre Ereignisse, die erst einmal erschrecken, dann vollständig eingepreist werden können, worauf der Markt den alten Trend wieder aufnehmen kann.

Eine Korrektur ist also wie ein schwerer Stein der in einen ruhigen Teich geworfen wird, es gibt Wellen und Dellen, es schwappt, dann beruhigt sich der Teich wieder.

Ein Bärenmarkt ist dagegen eine grundlegende Richtungs-Änderung, eine fundamentale Entwicklung, mit der wie bei Dominosteinen die Dinge ins Rutschen kommen. Aus ersten Problemen erwachsen neue Probleme und im Gegensatz zur Korrektur, wo bald das Ereignis voll eingepreist werden kann, gebiert Schwäche immer wieder neue Schwäche, so wie Stärke umgedreht im Bullenmarkt.

Ein Bärenmarkt ist also eher wie ein Teich der plötzlich einen Abfluss bekommt, den man nicht schnell stopfen kann. In einem Bärenmarkt kann nicht schnell alles eingepreist werden, weil wie bei Dominosteinen die aktuellen Probleme wieder die Voraussetzungen für folgende Probleme schaffen und es schaukelnd immer weiter abwärts geht. → Weiterlesen

Michael Schulte ist Mr. Market. Er schreibt das wohl beste, zu recht erfolg­reichste deutsche Börsen­blog "Mr-Market". Darin bietet er täg­liche Börsen­analyse und gibt fun­diertes Wissen weiter über lang­fristigen Vermögens­aufbau.

Verluste vermeiden II.

Heftige Zwischenerholungen, tiefere Tiefs: Zeichen einer Korrektur. → Jetzt richtig verhalten.

Verluste vermeiden III.

Wenn morgen Verluste drohen: Der erfahrene Aktionär weiß es schon heute. Aufgrund eines einfachen Alarmgebers. → Das ist er.

In 3 Schritten zum erfolgreichen Anleger

Das ist der kreativste, vielleicht schönste Teil der Anlage. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, suche neue Ideen. Alles ist erlaubt, Gespräche, Handywischen, Supermarkteinkäufe, Besichtigungen. Ideen warten an jeder Ecke, die Herausforderung ist, sie wahrzunehmen, einzuordnen. Aktienscreener können … → Aktienauswahl, Risikomanagement, Durchführung

Lage & Szenarien vom 12.6.2022

Prepper-Festspiele im Bunker

Von Frank Sauerland

Ein Chartbild mit gleich drei Linien und einer zusätzlichen Stäbchen­reihe, dazu noch an einem sonnigen Sonntag­morgen, ist das zu kompliziert?! — Aber von wegen, ich werde nicht den Fehler machen, meine Leser zu unterschätzen. Zumal das Chartbild zeigt, in welchen Aktien man in der augenblicklichen Marktlage investiert sein sollte und in welchen besser nicht.

Um ein klares Lagebild zu erhalten, schalte ich zunächst die Nachrichten aus, die auf mich einprasseln. Ich mache mir ein eigenes Bild und zwar anhand von Zahlen und Fakten. Sie stecken alle in dem Chart.

Die unterste, gelbe Linie zeigt den EWG an. Das ist ein ETF, welcher die großen deutschen Aktienunternehmen zusammenfasst und in Dollar notiert. Der EWG bietet einen Blick auf den DAX aus Sicht amerikanischer Investoren.

Die türkise Linie darüber ist der QQQ, ebenfalls in Dollar notiert, wie übrigens alle Werte des Charts. Der QQQ ist ein ETF, welcher sich auf amerikanische Technologiewerte konzentriert. Apple, Microsoft, Alphabet sind darin, aber auch viele kleine, zukunftsorientierte Tech-Aktien.

Darüber ist in Lila der GLD als Anzeiger des Goldpreises eingezeichnet. Zuoberst in Stäbchenform steht der Ölpreis durch die Brent Crude Futures. → Erkenntnisse und Aussichten, weiterlesen

Lage & Szenarien vom 5.6.2022

Die Baumel-Börse

Von Frank Sauerland

Wir sind Menschen, wir lassen uns von Gefühlen leiten. Die Börse hat es geschafft, auch Gefühle in Kurse zu packen und in einem Chart auf einem Zeitstrahl sichtbar zu machen. Oben ist der Volatility S+P 500 Index zu sehen. Das ist der Kurs­schwankungsbreiten-Index auf den S+P 500, den führenden US-amerikanischen Aktienindex. Die Schwankungs­breite der Kurse, auch Volatilität genannt, gilt als Anzeiger für die Unsicherheit der Anleger.

Aktuelle Nachrichten beeinflussen Kurse und Schwankungsbreite. Die Situation zum Beginn der neuen Woche im führenden Industrie- und Aktienland der westlichen Welt, den USA: Der gerade veröffentlichte Arbeitsmarktbericht zeigt einen weiterhin starken Beschäftigungszuwachs. Er ist aber nicht mehr so stark wie in den Monaten zuvor. Die Löhne steigen auf Jahressicht um 5,2 Prozent. Der Vergleichswert im April lag bei 5,5 Prozent. Auch hier ist also eine Abschwächung zu verzeichnen.

Die Führung der amerikanischen Zentralbank Fed beachtet solche Zahlen genau. Die Inflation ist zu hoch, Fed-Vorsitzender Jerome Powell will sie durch Zinserhöhungen einhegen, zugleich durch die Zinserhöhungen keine Rezession verursachen: Ein fast unmögliches Unterfangen, das dennoch versucht werden muss; in der Vergangenheit hat es leider noch nie funktioniert → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 29.5.2022

Absturz – aber nicht überrall

Von Frank Sauerland

Stärke steckt in der Ruhe. Nun werden Rekorde herumgereicht: Am 3. Januar diesen Jahres erklimmt der führende US-Aktienindex S+P 500 sein Allzeithoch. Seitdem geht es bergab, rund 18 Prozent bisher. Je nach Definition, Ansicht und Quelle ist das der größte Absturz seit der Finanzkrise, seit der Dot-com-Blase, seit Wann-auch-immer. Jedenfalls ist jetzt ein Bärenmarkt ausgerufen, und auch die Kryptojaner sind schweigsam geworden. Kenner klöppeln Crash-Szenarien. — Es ist hohe Zeit, die Nachrichten abzuschalten und sich die Fakten anzusehen, um ein eigenes Bild zu bekommen.

Das Chartbild oben ist einfach, und es bringt Erkenntnisse. Die Stäbchen zeigen den Kursverlauf des Consumer Staples Select Sector Index’. Jedes Stäbchen steht für eine Woche. Rote Stäbchen bedeuten, die Woche schloss mit Verlust, grüne Stäbchen bedeuten, die Woche schloss mit Gewinn.

Die zusätzlich eingeblendete blaue Linie zeichnet den Kursverlauf des Consumer Discretionary Select Sector Index’. Der Chart beginnt im Februar 2019, er endet mit dem derzeit letzten Handelstag, Freitag, dem 27.5.2022. Der Staples-Sektor wird als Sektor angesehen, in welchem Aktienunternehmen versammelt sind, welche Produkte für den täglichen Bedarf von Konsumenten herstellen. Demgegenüber steht der Discretionary-Sektor, in ihm werden Waren für den gehobenen Bedarf produziert, welche man als Verbraucher durchaus liegenlassen kann, falls das Geld gerade knapp ist. → Weiterlesen: Daraus lassen sich Chancen für das eigene Depot ableiten

Lage & Szenarien vom 15.5.2022

Die Gewinn-Automatik

Von Frank Sauerland

Abermals sind die Kurse an der Wallstreet in der abgelaufenen Woche gefallen. Donnerstag und stärker noch am Freitag kam es zu einer Gegenbewegung und nun fragen sich alle Marktbeobachter: Ist der Tiefpunkt erreicht und geht es ab jetzt aufwärts — oder sind wir nur auf einem Etappenrastplatz auf dem Weg nach unten, und kommende Woche folgt der nächste Abwärtsrutsch?

Für eine schnelle Amateuranalyse dazu ist es in Ordnung, wenn ich mich auf die Fed und ihren Leiter Jerome Powell konzentriere. Denn die Fed, die US-amerikanische Zentralbank, ist der stärkste Spieler auf dem Platz.

Über Jahre hinweg war es das richtige Vorgehen, bei Kursrückgängen nachzukaufen, und die unerschrockensten Investoren erreichten die höchsten Renditen, und wenn die Kurse doch nicht wieder hochkommen wollten, dann half die Fed. So war es zum Jahreswechsel 2018/19, die Fed erhöhte damals die Zinsen, im Kursgebälk knirschte es daraufhin hörbar (20 Prozent Rückgang im S+P 500), Powell griff eilig zur Fed-Frischgeldspritze und alles wurde wieder gut, die Notierungen kamen hoch. Nach der Covid-Börsenpanik im Februar 2020 beließ Powell es nicht bei einer Spritze, er legte eine Infusion für die Dauermedikation, und die Märkte mochten es.

Powells Amtsvorgänger Ben Bernanke warnte: „Der Effekt solchen Vorgehens auf die Marktpsychologie ist gefährlich unvorhersehbar.” Zunehmend verlassen sich Börsianer auf das Neugeld aus der Notenpresse. Die Fed will mit Geldinjektionen und Zinssenkungen nicht in erster Linie (aber auch) die Kurse stützen, ihre größere Aufgabe ist, Arbeitslosigkeit zu verhindern sowie für Wirtschaftswachstum zu sorgen. Die Inflation wird sie nachgeordnet auch beachten, da eine ausufernde Inflation wiederum Wachstum und Gesamtsystem gefährden. Ein abstürzender Börsenmarkt liefe den Zielen der Zentralbank zuwider, taumelnde Großunternehmen und sinkendes Verbrauchervertrauen und negatives Wachstum ( = Schrumpfung) hätten Arbeitslosigkeit zur Folge. Billiges Fed-Geld ist daher die billige Lösung für fast sämtliche Probleme. Solange die Inflation nicht auf zu hohe Werte steigt: Wie derzeit, da sie in den USA bei 8 Prozent liegt. → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 8.5.2022

Die Brösel-Börse

Von Frank Sauerland

Der Aktienmarkt macht Fortschritte. Leider in die falsche Richtung. — Letzten Sonntag schrieb ich: „Die Lage ist einfach. Einfach katastrophal.” Heute, einen Tag vor Beginn der neuen Börsenwoche, sind wir weiter: Die Lage ist katastrophaler. Damit allerdings noch einfacher.

In den USA ist der marktbreite Index S+P 500 mit Handelsschluss Freitag fünf Wochen hintereinander gefallen. Das kommt selten vor, und ist für Anleger, welche in Börsenboomzeiten nach der Pandemie hinzugekommen sind, eine neue Erfahrung.

Der altehrwürdige Dow Jones Industrial-Index nahm sechs Wochen in Folge Kursverluste hin. Der technologie-fokussierte Nasdaq Composite-Index verlor fünf Wochen nacheinander mindestens ein Prozent.

In vielen der Einzelwerte des Nadaq-Index’ sind überdurchschnittlich börseninteressierte Privatanleger exponiert. Sie spüren die Schmerzen, welche Verluste verursachen. Das ist an einschlägigen Stimmungsbarometern abzulesen. Wir Privatanleger sind aber nicht die einzigen, bei denen die Stimmung schlecht ist. Auch die Zuversicht institutioneller Anleger ist am Boden. Was in der Gesamtsicht ein Argument dafür zu sein scheint, dass der Ausverkauf an einem Ende angekommen ist.

So ist es jedoch nicht.→ weiterlesen

Lage & Szenarien vom 1.5.2022

Das rote Meer

Von Frank Sauerland

Die Lage ist einfach. Einfach katastrophal. Solch eine Marktkarte wie oben ist selten zu sehen. Sie zeigt ein Meer von Rot.

In der Karte zusammengefasst sind die Aktienwerte des führenden US-Index’ S+P 500, notiert sind die Ergebnisse vom Handelsschluss am Freitag, 29.4.2022. Die Größe der Vierecke symbolisiert die Größe der Unternehmen. Amazon (erste Reihe, Mitte rechts im Bild) hat im gerade beendeten April mit minus 14 Prozent die schlechteste Monatsentwicklung seit 2006 hingelegt.

Vormalige Börsenlieblinge werden geschlachtet. Netflix verliert im April 49 Prozent, Nvidia 32 Prozent, PayPal 24 Prozent. Tech-, FANG-, Halbleiterwerte, die Gewinner der Nach-Pandemie-Ära, werden von Anlegern in großem Stil abgestoßen. Der technologieorientierte Nasdaq-Composite erlebt mit einem Verlust von 13 Prozent den verlustreichsten Monat seit 2008.

Das ist historisch und es gilt, Schlussfolgerungen zu ziehen. Dazu nehme ich den Wochenchart des S+P 500. Jede Kerze steht für eine Woche. Rote Kerzen bedeuten, die Woche wurde im Verlust abgeschlossen, grüne Kerzen zeigen einen Wochengewinn an.

Zur Orientierung blende ich die 50-Wochenlinie ein. Rollierend bildet sie den Kursdurchschnitt aus den jeweils vergangenen 50 Wochen ab, sie glättet die Kursentwicklung. Ein Wundermittel ist die 50-Wochenlinie nicht, nur ein Wegweiser für Anleger, die mit einem mittleren Anlagehorizont unterwegs sind. Der Anlagehorizont beschreibt die geplante Dauer meiner Anlage. Für einen Daytrader ist die 50-Wochenlinie zu träge. Für einen Mitdreißiger, der die erste Entnahme aus seinem Depot für den Renteneintritt plant, ist sie zu nervös. Um den Chart überhaupt zur Orientierung nutzen zu können, ist für mich die Einschätzung des eigenen Anlagehorizonts wichtig; bin ich auf Wochen- und Monatssicht unterwegs, dann sagt mir das Bild: Jetzt → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 24.4.2022

Überwintern im Sommer

Von Frank Sauerland


 „Macht behält am zuverlässigsten, wer sie nur zu ihrer Erhaltung nutzt.”

 

Johannes Gross, der große Kleine, notierte den kurzen Satz.

Erkannte Wahrheit ist bündig und klar. Ähnlich kann es bei Charts sein, die klarer werden, je weniger Linien sie haben. Wenn sie Wahrheit enthalten.

Hier zu sehen ist ein Chart, der den Kampf um die größte Machtposition, die auf Erden zu vergeben ist, in Beziehung setzt zu den Aktienkursen. Der Chart hat eine Linie und eine Botschaft.

Als Aktionäre sitzen wir auf den Zuschauerrängen der Politikarena. Wir können klatschen, wir können wählen und beobachten. Gesellschaftlichen Gewinn bringt das Wählen, pekuniären das Beobachten. Der Chart Dow Jones Index 4 Year Election Cycle fasst die Beobachtung von 120 Jahren Dow Jones-Index in einem Bild zusammen.

Der Dow Jones ist der große alte US-amerikanische Aktienindex. Im Chart oben werden Vier-Jahresperioden des Dow Jones betrachtet, 120 Jahre lang: das US-Präsidentenwahljahr („Election”), das Jahr nach der Wahl („Post-Elect.”), das zweite Jahr („Midterm”) nach der Wahl, in welchem wir uns augenblicklich befinden und in welchem die Zwischenwahlen stattfinden. Das letzte Jahr im betrachteten Vierjahresrhythmus ist das Vorwahljahr („Pre-Election”). 

Aus der Index-Kursentwicklung der 120 Jahre wird ein Mittelwert gebildet, er ist als Linie im Bild zu sehen. Daraus wird nun versucht, Schlussfolgerungen für die Aktienanlage zu ziehen. Das ist ein spannendes Unterfangen, aber mir stellen sich zunächst zwei Fragen → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 10.4.2022

Gesunde Gewinne

Von Frank Sauerland

Machen wir uns nichts vor, die Zinsen steigen und die einfachen Zeiten für Aktien-Investoren sind vorbei.

Drehe ich mir die Einhand-Mischbatterie auf heiß und reiße den Hahn hoch, läuft die Wanne voll und ich vergnüge mich im Schaumbad. Zieht allerdings jemand den Stöpsel, verschwinden Schaum und Vergnügen schneller, als sie gekommen sind und mit einem höhnischen Schmatzgurgelgeräusch im Abgang.

Gerade zieht die Fed den Stöpsel.

Bademeister Jerome Powell hat entschieden, dass die Schaumbadezeit für Börsianer zu Ende ist.

Fed-Chef Powell ist bekennender Fan von Paul Volcker, seinem legendären Amtsvorgänger in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals raste die Inflation durch die USA und Volcker fing sie ein, indem er die Zinsen erhöhte, bis den Aktienanlegern die Tränen kamen und die Wirtschaft in die Knie ging (um, natürlich, danach glorreich wieder aufzuerstehen).

Heutige Lage: Seit dem März 2020 fluteten die Notenbanken die Wanne ... also den Markt mit Geld, um die Wirtschaft nach dem Pandemie-Schock am Laufen zu halten. Kurse und Inflation schossen in die Höhe. Börsianer hielten sich daraufhin für Anlage-Genies. Autofahrer bekommen mittlerweile schmale Lippen beim Auflegen der Kreditkarte auf das Bezahldingsbums an der Tankstelle und Hauskäufern fehlen schlicht die Worte ob der Preissteigerungen.

Nun ist die Schaumparty an den Aktienmärkten vorbei; Börsianer rechnen mit einem Anstieg der US-Notenbankzinsen auf 2,5 Prozent bis zum Ende diesen Jahres und nächstes Jahr sollen sogar 3 Prozent erreicht werden, um die höchste Inflationsrate zu bekämpfen, welche die Nordamerikaner (und wir wohl ebenso) seit 40 Jahren erlebt haben.

Damit ich an Aktienmärkten trotz des schwierigeren Umfeldes weiterhin mit Gewinnchance anlegen kann, hilft ein Blick auf die Charts. Sie offenbaren Erstaunliches, Möglichkeiten und Gefahren → Weiterlesen

Lage & Szenarien vom 3.4.2022

In Sicherheit investieren

Von Frank Sauerland

Plötzlich wird uns bewusst, wie wichtig Sicherheit ist. — Der gerade niedergeschrieben Satz enthält drei Gewinnwortsignale.

PLÖTZLICH. - Plötzlich ist gut. Eine Dringlichkeit wird sichtbar. Eine Handlungsänderung ist erforderlich. Ein Bedarf entsteht. Um den Bedarf zu decken, wird auf einen vorrätigen Bestand zurückgegriffen. Zwangsläufig wird der Bestand abschmelzen und knapp werden. Der aufgeklärte Anleger versucht, einigermaßen rechtzeitig auf der Seite des nachgefragten Bestands zu stehen.

UNS. - Es betrifft uns; das plötzlich bewusst gewordene Problem ist dicht an uns dran. Das erhöht den Druck, eine Lösung zu finden.

SICHERHEIT. - Das ist das Thema der Anlageidee. Sicherheit ist ein starkes Thema. Denn Sicherheit ist eines der wichtigsten Anliegen menschlichen Lebens überhaupt.

Wir wollen Sicherheit für uns, für unsere Liebsten, für die Strukturen, in denen wir unser Leben verbringen. Einen großen Teil der Sicherheitsaufgaben haben wir in arbeitsteiligen, rechtsstaatlichen Gesellschaften delegiert an übergeordnete Institutionen. Wenn wir im Auto auf der Straße fahren, haben wir keine Machete auf dem Rücksitz liegen, um uns an der Raststätte gegen wahrscheinlich auflauernde Räuber zu verteidigen. Wir erwarten, dass die Abschreckung durch Polizei und staatliche Strafandrohung funktioniert, wir schätzen die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass Räuber auftauchen werden. Auch auf höherer Ebene, zwischen Staaten und Blöcken, sollte die Abschreckung funktionieren, das erwarten wir. Das glaubten wir.

Der Ukraine-Krieg ist Auslöser, das derzeitige Abschreckungs­versprechen zu überprüfen. Aktuelles öffentliches Urteil → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 27.3.2022

Ein DAX zum Davonlaufen — und ein Überflieger

Der Chart oben vergleicht zwei bekannte Indices miteinander. Der Vergleich zeigt, wo Anleger eine erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, Gewinne zu erzielen — und wo es ihnen schwerer fallen dürfte.

Die Zeitleiste des Charts beginnt im März des vorletzten Jahres, und sogleich geht es kräftig herunter: Die Corona-Panik lässt die Aktiennotierungen abstürzen. Die Zeitleiste endet mit dem derzeit letzten Handelstag, dem Freitag, 25.3.2022.

In Stäbchenform sind die wöchentlichen Indexnotierungen des Select Sector Fund Technology (XLK) notiert. Der ETF dient mir als Anzeiger für den Zustand der Technologie-Branche. Die zehn größten Positionen im XLK sind Apple, Microsoft, Nvidia, Visa, Paypal, Mastercard, Adobe, Intel, Salesforce, Cisco.

Als Linie ist der deutsche Vorzeigeindex DAX im Chart eingezeichnet und zwar in seiner Ausformung als Kurs-DAX, um ihn international vergleichbar zu machen. Kurs-DAX bedeutet, es wird nur der Kurs der im DAX enthaltenen Unternehmen berücksichtigt, und die Dividenden werden nicht immer wieder (= kumulierend) zum Indexkurs dazu gezählt.

Unmittelbar zu sehen ist, dass ich bei einer Investition im XLK in einer langgezogenen Gewinnerkurve bis heute 55 Prozent plus gemacht hätte, im DAX null Prozent. Der Gewinn wäre sogar höher ausgefallen, wenn ich nicht unmittelbar vor Ausbruch der Corona-Krise in den Markt gegangen wäre, sondern einige Zeit später. Aber das sind Feinheiten, mir geht es um die Richtung: Wo Investitionen mit Wahrscheinlichkeit und ohne übetriebenen Gehirnschmalzeinsatz funktionieren, und wo das Geschick des Anlegers besonders gefordert ist, wenn er trotz widriger Umstände einen Gewinn erzielen will → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 20.3.2022

Flugreise oder Atomschlag

Die Null oder die Eins. 0 oder 1. Wir leben in digitalen Zeiten. Aber anders als gedacht. — Wir erfreuen uns an Netflix-Streams und dem neuen iPhone, wir wollen die Verwaltung digitalisieren. Die eigentliche digitale Entscheidung jedoch für unsere westliche Wohlstandswelt wird aktuell in Moskau und in Washington getroffen. Wenige Männer in fortgeschrittenem Alter und mit durchschnittlicher Intelligenz entscheiden dort darüber, ob wir uns weiterhin über die nächste Urlaubsflugreise, ihren Verkaufspreis oder ihren CO2-Abdruck Gedanken machen dürfen, oder ob wir in einem Atomkrieg versinken und danach nichts mehr ist wie zuvor.

Was mit dem gerade niedergeschriebenen Absatz als sonntäglicher Erschreckbesinnungsaufsatz zu beginnen scheint, ist in Wirklichkeit eine wichtige, ziemlich konkrete Überlegung für eigene Aktieninvestitionen.

Zunächst: Der Atomkrieg ist aktuell so wahrscheinlich geworden wie zuletzt während der Kubakrise 1962. Dennoch: Die neue Lage, die kaum jemand noch vor einem Monat für möglich gehalten hätte, darf mich als Anleger, der nach rationalen Kriterien entscheidet, nicht auf angstbeschilderte Abwege führen, an deren Ende falsche Anlageentscheidungen stehen.

Im Falle eines Atomschlags hätten sich Gedanken um Investitionen und Depots erledigt. Die Welt wäre eine andere nach einem atomaren Schlagabtausch. Eine Börse, wie wir sie kennen, gäbe es nicht länger. Ich habe dieses Szenario als aktuell wieder denkbar, aber als börsentechnisch gesehen unhandelbar beiseite zu stellen. Auch das ist eine digitale Entscheidung.

Als Investor habe ich davon auszugehen, dass das Leben weitergeht, ohne dass die Katastrophe stattgefunden hat — und sofort rückt das andere Extrem ins Blickfeld, wenn ich den Atomkrieg als in die Handelswelt der Börse nicht einbeziehbar begreife. Das andere Extrem ist die Flugreise. → Weiterlesen

Lage & Szenarien vom 13.3.2022

Tag der Offenbarung

Mittwoch war ein fantastischer Tag. Der DAX gewann 1016 Punkte hinzu. Es war der größte Punktanstieg aller Zeiten in dem Leitindex des deutschen Aktienmarktes. Grund für die Rekordjagd waren Nachrichten von der Ukrainefront. Am nächsten Tag (10.3.) kamen neue Nachrichten aus der Ukraine, schlechtere, und der DAX sackte zurück.

Zunächst wirkt das wie eine Jo-Jo-Börse. Rauf und runter, je nach Nachrichtenlage. Der Mittwoch bedeutete aber etwas anderes. Für mich zumindest. Es war ein Tag der Offenbarung. Und wie Offenbarungen es so an sich haben, ist das Offenbarte angeblich länger gültig. Das mögen wir Aktionäre, ein Blick in die Zukunft ist schließlich bares Geld wert. Am Mittwoch zeigten mir die Märkte, was uns bevorstehenden kann, wenn der Krieg ein Ende hat.

Jede Kerze im Chartbild oben stellt einen Tag im DAX dar. Zum Vergleich habe ich in Liniendarstellung den S+P 500 dazugenommen. Der S+P 500 ist der US-Leitindex, er umfasst die 500 größten börsennotierten nordamerikanischen Unternehmen. Die zwei eingezeichneten Pfeile weisen auf den letzten Mittwoch, den 9.3. Die Zeitskala des Charts endet rechts mit dem aktuell letzten freitäglichen Handelstag, und sie beginnt links im Chartbild für beide Indices im Sommer letzten Jahres. Beide Indices haben dort denselben Ausgangspunkt, der S+P 500 entwickelt sich seitdem besser als der DAX. Darüber habe ich häufiger geschrieben.

Genau mit dem Jahreswechsel 2021/22 wechseln die Indices in den Abwärtsmodus. Zunächst in einer Art kontrolliertem Sinkflug, seit der Kriegsrede des russischen Präsidenten Putin am 21.2. und dem nächsttägigen Einmarsch der russischen Armee im Nachbarstaat Ukraine geht der Sink- in einen Sturzflug über.

Zumindest im DAX. Wenn ich genau in den Chart schaue, dann sehe ich, dass zwar auch die amerikanischen Aktien weiter fallen; aber so panisch wie der deutsche Markt reagiert der amerikanische nicht → Weiterlesen

Lage & Szenarien vom 6.3.2022

Drei Chartbilder zu Aktien-Trends in Ukraine-Kriegszeiten

Ein Konflikt entsteht, wenn unterschiedliche Interessen oder Ansichten aufeinander stoßen. Die äußerste Form des Konfliktes ist die gewalttätige Auseinandersetzung. Zwischen Staaten ist die äußerste Konfliktform der Krieg.

Die Auseinandersetzung wird geführt, um eine Lösung herbeizuführen. Je dringender die Lösung gesucht wird, desto entschiedener sind die Mittel, welche die Gegner einsetzen. Der Krieg will den Zustand der Lösung mit maximalem Mittel erzwingen.

Der DAX stürzte in Folge des Ukraine-Krieges ab. Der Chart oben zeigt Wochenkerzen. Pfeil 1 habe ich beim Corona-Kurseinbruch gesetzt, Pfeil 2 zeichne ich beim aktuellen Ukraine-Krieg. — Wir sehen den Kurs-DAX. In ihm werden die Aktienwerte ohne aufsummierte Dividenden notiert. So wird es bei der Mehrzahl der internationalen Indices gemacht. Der Kurs-DAX ist damit besser vergleichbar mit internationalen Indices. Beim in Deutschland häufiger veröffentlichten DAX werden die Dividenden in die Kursentwicklung eingerechnet, der DAX verstärkt damit optisch seine Aufwärtsentwicklung.

Der Kurs-DAX ist jetzt wieder auf dem Stand vom April 2019 angekommen. Wer in dieser Zeit immer voll investiert war, hat sämtliche zwischenzeitlichen Gewinne verloren. Um hier Gewinne zu sichern, half nur konsequentes Risikomanagement, wie ich es hier bereits geschildert habe.

Wenn ich in der Nähe eines aktuellen Konfliktherdes lebe und seine ökonomischen Auswirkungen (nur um die geht es hier) einschätzen möchte, hilft es zu versuchen, den Konflikt zusätzlich gedanklich aus weiterer räumlicher, kultureller und ökonomischer Entfernung wahrzunehmen → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 27.2.2022

Kiew, Kurse und Kanonen

Karten können Kurse erklären. Sie können sogar mehr, sie zeichnen Zukunftswege.

Die Fakten. Am Freitag legten die Börsen in Amerika, Asien, Europa eine Kursrallye hin. Der S+P 500, ein Leitindex in den USA, stieg um 2,2 Prozent, der Dow Jones stieg um 2,5 Prozent. Es war der beste Börsentag des Jahres. Eigentlich wäre das ein Grund zur Freude. Doch die kommt nicht auf. Denn in der Ukraine ist Krieg. Menschen sterben — und die Kurse steigen.

Die Lage. Käufer und Verkäufer haben Erwartungen gehabt, und sie haben Ängste gehabt, nachdem Putin den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine befahl. Nun hat der Einmarsch begonnen, und die Erwartungen werden mit der Realität abgeglichen (…)

Die Erklärung. Die Karte oben zeigt die Stadt Kiew und Umgebung. Dort wird gekämpft, gelitten, gestorben. Letzten Sonntag zeigte ich die Karte vom Kreml und von Moskau. Dort sitzt Präsident Putin, Denker des Krieges. „Das Geschehen hat historische Dimensionen”, sagt der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner. Obwohl es um Krieg geht, obwohl die Situation eine historische Dimension hat, überlege ich heute, ob ich meinen Text ein zweites Mal mit einer Karte illustrieren kann. Zwei Sonntage hintereinander eine Karte zu benutzen, das erscheint mir als ziemlich gleichförmig, es fehlt die Abwechslung. — Meine Bedenken sind interessant, auch für den Aktienmarkt → weiterlesen: über das wahrscheinlichste Börsen-Szenario

Lage & Szenarien vom 20.2.2022

Putins Poker und Bidens Beitrag

Sprechen wir über Aktien und die Sicherheit unserer Aktienanlagen, müssen wir an diesem Sonntag auch über Atomraketen sprechen.

Russland hat den Beginn von Übungen „strategischer Abschreckungskräfte” angekündigt, Präsident Putin werde dabei persönlich „am Ruder stehen”. Gehen wir als Aktienanleger zu einer Quelle, die dicht dran sein dürfte an jenem Zentrum der Macht, welches das Momentum hat. Hören wir ungefiltertem Originalton zu von RTDE, was das frühere Russia Today ist, eine Nachrichten-Site, die niemand liest, zu der aber jeder eine Meinung hat.

„(…) beginnt in Südrussland eine planmäßige Übung der russischen strategischen Abschreckungskräfte. In ihrem Verlauf finden Übungsschießen mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern statt. Laien und Interessierte sollten sich klarmachen, dass es sich hierbei um eine Übung auf höchstem Niveau handelt – eine Militärübung, bei der Präsident Wladimir Putin selbst am Ruder steht (…) wir zeigen (…) unsere Fähigkeit, tödliche Handlungen des Gegners aufzuhalten.”

Der Tonfall ist für Millennials-Ohren ungewohnt. Es ist der Tonfall des Kalten Krieges. → Was der Ukraine-Konflikt jetzt für Aktienkurse bedeutet

Lage & Szenarien vom 13.2.2022

Die defekte Zins-Maschine

Politiker versuchen, an die Macht gekommen, Probleme zu lösen, die sie während langen Jahren in der Opposition gesehen und angeprangert haben. Die aktuell Regierten jedoch haben längst andere Probleme.

Notenbanker versuchen, Probleme zu lösen, die sie in den Wochen zuvor am Markt wahrgenommen haben. In dem Augenblick, da die Notenbanker zusammengekommen sind und abgestimmt haben und ihre Beschlüsse von Beamten und Computern umsetzen lassen, in dem Augenblick verhandelt der Markt längst andere Probleme.

Es ist ein Grundmuster. Es lässt sich auf zwei Worte verkürzen. Zu spät.

Erkenne ich das Muster, kann ich versuchen, es mit Gewinn nutzen. Zumindest an der Börse.

Lage. Krieg oder Frieden. Putin hat die Ukraine umzingelt (...) Gedanken­experiment: Welche Überlegungen, Vorbereitungen unternähme ein US-Präsident, entzöge ein mittelamerikanischer Staat sich der Machtsphäre der USA, näherte sich Russland an, orderte Raketen in Russland? Zu welchen Maßnahmen fühlte sich ein US-Präsident legitimiert, sogar gezwungen, um vor dem Urteil der Geschichte zu bestehen? Einem Präsidenten, zumal im letzten Drittel seines Lebens angekommen, geht es um drei Dinge. Um den Fortbestand seiner Macht, um das Wohlergehen seiner Dynastie, um den Eintrag im Geschichtsbuch → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 6.2.2022

Was ich aus Facebooks Kurs-Desaster für die Aktien­anlage lerne

Ich höre den Wecker klingeln, bleibe liegen und verpasse deswegen den Bus. — Da habe ich einen taktischen Fehler gemacht.

Einen strategischen Fehler hätte ich begangen, wenn ich mir erst gar keinen Wecker gekauft hätte. Dann nämlich bestünde für mich keine Möglichkeit, beim nächsten Weckerklingeln besser zu reagieren — da ich keinen Wecker besäße.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat einen strategischen Fehler gemacht.

Als Steve Jobs im Jahr 2007 das iPhone vorstellt und Google 2008 eilig mit Android nachzieht, da lässt Zuckerberg lediglich eine App entwickeln, die auf den Handys der Konkurrenten laufen und den Facebook-Dienst flüssig funktionieren lassen soll.

Nun, Jahre nachdem der strategische Fehler begangen wurde, klingeln bei Apple und Google die Kassen und bei Mark Zuckerberg die Ohren: 26% stürzt die Facebook-Aktie ab, da Facebook (neuer Börsen-Name: Meta) Donnerstag die Quartalszahlen veröffentlicht. Am Freitag erholt sich der Kurs nur wenig. Fünf Gründe: → Apples Facebook-Move und das TikTok-Doppelproblem

Lage & Szenarien vom 23.1.2022

Hoch­­prozentig: Das Bowle-Rezept der Fed

Manchmal braucht es Charts und Schlauheiten, um am Weltaktienmarkt die Gewinnernischen zu finden.

Manchmal sind Charts und Gedankenschmalz unnötig, da keine Gewinnernischen existieren und die Sprache des Marktes eindeutig ist. So ist es an diesem Wochenende.

Am Freitag fallen die Kurse der nordamerikanischen Börsen den vierten Tag in Folge. Wir erleben bei Aktien den schlechtesten Start ins Jahr seit 2016, festgemacht am US-Leitindex S+P 500. Technologie-Werte sind out, der Nasdaq Composite Index verliert mehr als zehn Prozent von seinem jüngsten Hoch.

Damit nicht genug. Die Inflation steigt. Die Warenlieferketten - Blutbahnen der Wirtschaft, Transporteure der Gewinne - sind weiterhin anfällig, brüchig oder unrepariert. Jeder versteht die Botschaft einer solchen Lage. — Und was mache ich? → Das ist erstaunlich ...

Lage & Szenarien vom 16.1.2022

Im Tal der Tränen

Ich zeige schnell vier Charts, daraus entsteht für mich ein Bild des Marktes — ein anderes Bild, als man zunächst denken mag.

Der Invesco QQQ ETF bildet den NASDAQ 100 nach, mit ihm beginne ich, siehe Chartbild oben. Da er die großen US-Aktien enthält, die den breiten Markt und die Wahrnehmung der allgemeinen Marktstimmung entscheidend beeinflussen. Enthalten sind im Index die US-Big Player wie Apple, Microsoft, Amazon, Tesla, Google, Nvidia usw.

Seit April 2020 legte der NASDAQ 100, legten die großen Tech-Aktien eine fantastische Rallye hin, man konnte als Mainstream-Anleger nicht viel falsch machen. Nun treten Ermüdungserscheinungen auf; die letzten Tage und Wochen taten der Depotperformance richtig weh, wenn man in diesen Werten kräftig engagiert war.

Der Kurvenpfeil, den ich eingezeichnet habe, verdeutlicht die Schwächephase. Der Grund für die Kursschwäche → weiterlesen

Lage & Szenarien vom 9.1.2022

Heiße Kartoffeln, verbrannte Finger

Ups, sehen aus wie Kartoffeln. Die vier Kreise, die ich da in die Marktlage-Map des S+P 500 gezeichnet habe. Immerhin, Kartoffeln sind nahrhaft und schnell zu ernten. Wie die Erkenntnisse aus der Map und den ersten Handelstagen des Jahres:

Die S+P 500-Grafiken (freundlich bereitgestellt von Finviz) habe ich im Kurzfilm oben mit ihren Tagesschlusskursen der vergangenen Woche hintereinander gestellt, sie laufen in Endlosschleife immer wieder ab. Der S+P 500 ist ein Index, welcher die großen US-Aktienwerte versammelt, er dient mir als "Weltleitindex". Statt mich mit Prognosen, Politik und was auch immer zu beschäftigen, um herauszufriemeln, was der Aktienmarkt für mich als Privatinvestor im Jahr 2022 an Überraschungen bereithalten könnte (und es sowieso nicht herauszufinden), schaue ich mir den Markt selbst an.

Er verrät, was echte Investoren von der Zukunft denken, wohin sie ihr Geld lenken. — Also mitten hinein ins pralle, harte Echtgeldleben und → die Kartoffeln geerntet

Ansichten anderer Anleger

Wer Angst hat, nutzt niedrige Kurse nicht zum Kauf

9.9.2021 - Ein Gespräch mit Sascha Huber. Er ist Experte für Kryptowährungen und Technologie-Aktien bei BörseGo. → weiterlesen

 

In welchen Sektoren heute die Zukunft gemacht wird

26.5.2021 - Ein Gespräch mit Andreas Woelfl,  dem Gründer und Gesellschafter des Liechtensteiner Finanzserviceproviders iMaps Capital Markets → weiterlesen

Vermögensbildung auf schwäbische Art

21.5.2021 - Ein Gespräch mit Tim Beckmann. Er ist Business Development Manager beim Deutschen Sparkassenverlag → weiterlesen