Aktien Börsen Blog Januar 2023

Ansichten eines Aktienanlegers
Der Chart zeigt den zehnjährigen Kursverlauf von Aktienkörben an vier Börsenplätzen rund um den Erdball.

Lage & Szenarien vom 29.1.2023

Vier Erkenntnisse zum erfolgreichen Investieren

Von Frank Sauerland

Wir sind in Aufregung. Überall sehen wir ernste Probleme. In der Ukraine ist Krieg. Die Weltwirtschaft bockt, das Klima wird heiß diskutiert.

Als Zeitgenosse beschäftigen mich diese und andere Probleme. Man spricht darüber, wählt, will verändern. Als Aktienanleger dürfen die hereinstürzenden Probleme mich aber nicht zu kurzatmigen Entscheidungen verleiten. Bin ich bei Aktien mit einem weiteren Zeithorizont unterwegs, dann hilft mir ein Blick auf das obige Chartbild, um die richtige Perspektive zu finden → weiterlesen

Gastbeitrag von Michael Schulte

Gewürzte Charts

20.1.2023 - Wenn Anleger beginnen, sich mit technischer Analyse zu beschäftigen, entdecken Sie fasziniert eine Unmenge an Indikatoren und Oszillatoren, die sie in Charts sehen, oder die ihnen in Lehrbüchern nahe gebracht werden.

Jeder dieser einzelnen Parameter hat eine spezielle Bedeutung und das weckt Reflexe in uns, den "heiligen Gral" der Börsenindikatoren zu finden. Wäre ja auch toll, einfach nur auf ein paar Indikatoren zu schauen und *schwupps* sagen die einem, was zu tun ist. 😉

Gerade Menschen mit einem technischen beruflichen Hintergrund sind ja darauf gepolt, Dinge so lange zu verfeinern und an Details zu feilen, bis diese perfekt geworden sind. Und so macht man sich voller Elan daran, all diese Oszillatoren und Indikatoren in die eigenen Charts und in eine sich entwickelnde Strategie aufzunehmen.

Leider ist der Markt nicht wie beispielsweise ein Motor, an dem man tatsächlich so lange an Details feilen kann, bis man in Perfektion das Maximum aus der Physik heraus geholt hat. Und leider führt der Versuch, durch eine grosse Menge an Indikatoren und Signalgebern das Anlage-Ergebnis zu verbessern, eher zum Gegenteil. In der Regel werden Strategien so zu komplex und Charts sind dann so mit Linien und Symbolen überladen, dass das Wesentliche dabei unterzugehen droht.

Mit diesem Beitrag, will ich daher auf ein paar wichtige Dinge und Prioritäten hinweisen, in der Hoffnung, einige von Ihnen von unnötigen Sackgassen bei der Entwicklung abzuhalten:

Das Wichtigste, das Allerwichtigste, nach dem lange nichts kommt, ist immer die "Price-Action" selber.

Also Volumen und Kurse, die wir real im Chart sehen können.

Jede erfolgreiche Strategie, muss auf diesen realen Kursbewegungen aufbauen. Jede! Oszillatoren und Indikatoren sind dagegen nichts weiter als "Gewürze" bei einem leckeren Essen. Gewürze alleine, machen den Magen aber nicht voll - ohne den Inhalt im Kochtopf, sind Gewürze für sich alleine nichts wert.

Und ein Essen wird auch nicht dadurch besser, dass man jedes Gewürz aus dem Küchenschrank durcheinander in den Topf gibt. Nein, oft ist eine kleine, triviale Prise Salz alles, was ein gutes Essen braucht! → Weiterlesen

Michael Schulte ist Mr. Market. Er schreibt das wohl beste, zu recht erfolg­reichste deutsche Börsen­blog "Mr-Market". Darin bietet er täg­liche Börsen­analyse und gibt fun­diertes Wissen weiter über lang­fristigen Vermögens­aufbau.

Verluste vermeiden II.

Heftige Zwischenerholungen, tiefere Tiefs: Zeichen einer Korrektur. → Jetzt richtig verhalten.

Verluste vermeiden III.

Wenn morgen Verluste drohen: Der erfahrene Aktionär weiß es schon heute. Aufgrund eines einfachen Alarmgebers. → Das ist er.

In 3 Schritten zum erfolgreichen Anleger

Das ist der kreativste, vielleicht schönste Teil der Anlage. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, suche neue Ideen. Alles ist erlaubt, Gespräche, Handywischen, Supermarkteinkäufe, Besichtigungen. Ideen warten an jeder Ecke, die Herausforderung ist, sie wahrzunehmen, einzuordnen. Aktienscreener können … → Aktienauswahl, Risikomanagement, Durchführung

Lufthansa-Aktie: Der Pfeil verdeutlicht den Trend - und er zeigt ein Geheimnis, das auf Kurszukunft verweist.

Lage & Szenarien vom 22.1.2023

Zwei krasse Gewinner-Aktien aus Deutschland

Von Frank Sauerland

Meist kann ich das Verfahren schlank halten, mit welchem ich für mich als Privatinvestor interessante Aktien herausfiltere. Dazu schaue ich mir Bilder an und nutze Normalverstand. Das obige Bild zeigt eine mustergültige Kerzenreihe in aufsteigender Folge. Besser geht’s nicht, ruft einem das Bild zu: Kauf mich, du brauchst keine weiteren Geschäftsberichte und keine Analysten, um zu sehen, dass mein (Aktien-)Laden läuft. Es handelt sich um den Chart der Lufthansa → weiterlesen

Der DAX marschiert: Zwei Pfeile weisen auf Entscheidungspunkte.

Lage & Szenarien vom 15.1.2023

Die DAX-Rallye

Von Frank Sauerland

Am 11.12.2022 schrieb ich an dieser Stelle sinngemäß zum deutschen Leitindex DAX: „Wenn jetzt die Entscheidung fällt, dann kann es schnell gehen.”

Die Entscheidung fiel und es ging schnell.

Der DAX hat seit Jahresbeginn 7,5 Prozent dazugewonnen. Wer flugs reagierte, sitzt auf satten Gewinnen. Aber egal, ob Gewinner oder Zögerer, beide stehen vor demselben Problem: Wie geht es nun weiter?

Dazu schaue ich mir den Chart oben an — und bei der Gelegenheit ein kurzer Einschub, da ich bei Facebook immer wieder zu hören bekomme: „Schon in Ordnung, ist interessant. Aber Charttechnik ist so gar nicht meins. Das ist doch Kaffeesatzlesen.” → Weiterlesen

Cathie Woods ARK Innovation ETF: zwei parallele Linien und ein Pfeil zeigen auf entscheidende Momente für den Anleger.

Lage & Szenarien vom 8.1.2023

Der Bär auf der Schaukel

Von Frank Sauerland

Das hat mich überwältigt. Die Beteiligung an der kleinen Umfrage in der Lage & Szenarien-Ausgabe vom Neujahrssonntag war riesig.

Zwei Fragen stellte ich. a) Im Vergleich zum Jahresbeginn 2023: Um wie viele Prozent höher oder tiefer wird der amerikanische Börsenindex S+P 500 am Jahresende 2023 stehen? b) Gleiche Frage, aber bezogen auf den deutschen Leitindex DAX.

Die Antworten hatten eine enorme Bandbreite, von minus 50 Prozent bis plus 50 Prozent war alles dabei, und ein Leser traute sich sogar, bis auf die zweite Nachkommastelle zu prognostizieren. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das ernst gemeint war  → Weiter­lesen

Cathie Woods ARK Innovation ETF: zwei parallele Linien und ein Pfeil zeigen auf entscheidende Momente für den Anleger.

Lage & Szenarien vom 18.12.2022

Ausstiegspunkte finden

Von Frank Sauerland

Der Kurs ging steil in Zeiten der Pandemie: Cathie Woods ETF ARK Innovation machte Anleger reich, und Cathie Wood als Managerin des ETFs avancierte zur Star-Investorin, fast zu einem Guru mit gläubiger Gefolgschaft. Man glaubte an ihr Mantra: Sie investiere in Unternehmen, welche das Potential haben, die Welt zu verändern.

Die drei größten Positionen im ARK Innovation sind nach derzeit bekannten Daten Zoom Video, Tesla und Exact Sciences. - Die Kurse von Zoom- und Tesla-Aktien halbierten sich überschlägig in diesem Jahr. Exact Sciences erlitt rund 42 Prozent Kursverlust. Das hinterlässt Spuren bei der Performance des ARK Innovation.

Der ETF, der neben den genannten Aktien weitere Anteile von Growth-Technologie-Unternehmen im Portfolio hält, verlor in diesem Jahr bisher rund 63 Prozent. Während der amerikanische S+P 500-Index, der durchaus technologielastig aufgestellt ist, seit Oktober immerhin rund 9 Prozent zulegte, arbeitet Cathie Woods ARK bestenfalls an einer Bodenbildung.  → weiterlesen

Volumenbalken-Profil beim DAX: Einblicke in die Psychologie der Massse.

Lage & Szenarien vom 11.12.2022

Der Deutschland-Check

Von Frank Sauerland

Im eigenen Land sehe ich Entwicklungen genau. Zumindest glaube ich das. Vor allem Fehlentwicklungen springen mir ins Auge.

Ich kann das Phänomen als optischen Mechanismus auffassen. Was der Linse nahe ist, wird groß abgebildet. Was ihr fern ist, kommt nur klein auf das Bild.

Ich kann den Mechanismus auch zum psychologischen Effekt erklären. Ich überbewerte Fehler, welche ich gut erkenne, während ich Fehler unterbewerte, die ebenso vorhanden sind, aber in der Ferne (z.B. USA) liegen, deswegen von mir weniger bemerkt werden.

An der Börse habe ich ein Instrument, mit welchem ich versuchen kann, Unzulänglichkeiten von optischen oder psychologischen Mechanismen auszugleichen. Das Instrument ist der Kurs. Heimische und internationale Investoren handeln an der Börse aus, wie sie die Aussichten einzelner Aktienunternehmen einschätzen. Solche Einschätzungen zu einzelnen Aktien bündeln Indices zu Sektoren- oder Länderkörben, welche mir ermöglichen, einen schnellen Überblick zu bekommen.

→ Hier ist die dazugehörige DAX-Analyse

Das Gewinn-Massiv: Holz-Futures im Verhältnis zum S+P 500-Index.

Lage & Szenarien vom 4.12.2022

Die Rezession kommt

Von Frank Sauerland

Anfang Dezember darf ich einen Rückblick wagen auf das bisherige Börsenjahr 2022. Um einen Ausblick zu gewinnen auf das Börsenjahr 2023.

Der Vergleich von vier Indices bringt überraschende Einsichten. Die vier Indices sind im Chartbild oben zu sehen, das Ding sieht zunächst komplex aus, es ist aber einfach.

Links starten die vier Indices mit dem Jahresbeginn 2022. Den Börsianern steht eines der fürchterlichsten Börsenjahre bevor, welches sie erlebt haben.

Natürlich existieren Börsenjahre, die noch schlimmer verlaufen sind. Aber aus biologischen und vor allem aus materiellen Gründen kennen die meisten Börsianer solche Jahre aus eigenem Erleben nicht, und das ist schon einer der Gründe, warum das Jahr 2022 gefühlt so fürchterlich ist: Es fehlt die Übung, mit solchen Jahren umzugehen. Wer das Jahr bis heute depotmäßig überlebt hat, der gehört zu den Könnern. → weiterlesen

Das Gewinn-Massiv: Holz-Futures im Verhältnis zum S+P 500-Index.

Lage & Szenarien vom 27.11.2022

Warum bloßes "Buy and Hold" ein Fehler ist

Von Frank Sauerland

Die Gigaset AG stellt Telefone und Alarmtechnik im westfälischen Bocholt her. Vor Jahrzehnten standen in vielen deutschen Haushalten schnurlose Telefone der Firma. Die Gigaset AG schaffte es während der letzten Tage, sich in börseninteressierten Kreisen mit einer Ad hoc Meldung in Erinnerung zu bringen.

Angekündigt wird die Meldung von Jana Greyling, dem „Manager Corporate Communications und Investor Relations” von Gigaset, unter anderem mit den Worten „Grund hierfür sind (…) eine kurzfristig verbesserte Materialsituation in Q4 sowie erste positive Erträge aus Verkaufspreisanpassungen.”

Nachgeschoben wird der Meldung eine Äußerung des Gigaset-CFO Thomas Schuchardt: „Entsprechend positiv bewerten wir die bessere Materialverfügbarkeit zum Ende des Jahres und die daraus zu erwartende Umsatzsteigerung.”

Greylings Einleitung und Schuchardts Schluss geben der Ad hoc Meldung einen positiven Klang. Ein potentieller Investor geht wohl gestimmt aus der Lektüre des gereichten Textpäckchens heraus. Communications Manager und CFO haben gute Arbeit geleistet und daran ist nichts Falsches. Sie haben die ihnen qua Jobbeschreibung gestellte Aufgabe erfüllt.

Meine Aufgabe habe ich erst noch zu lösen. Sie lautet anders als die eines CFO oder eines Pressesprechers. Meine vornehmste Aufgabe als Investor ist, mein Kapital zu schützen. Die zweite Aufgabe ist, es sinnvoll einzusetzen

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Das Gewinn-Massiv: Holz-Futures im Verhältnis zum S+P 500-Index.

Lage & Szenarien vom 20.11.2022

Das Kurs-Gebirge

Von Frank Sauerland

Wie die Zeichnung eines Gebirges sieht das obige Chartbild aus. Jedes Stäbchen steht für eine Woche, die Reihung der Stäbchen ergibt den Kursverlauf des Holz-Futures in den USA. Nun scheint der amerikanische Holzpreis für einen deutschen Privatmann mit Aktieninteressen ähnlich wichtig zu sein wie der bekannte Sack Reis, welcher in China umkippt. Doch damit wäre der Holzpreis unterschätzt.

Für mich ist er ein praktischer Marktanzeiger. In ihm konzentrieren sich Knappheiten, Geldpolitik und Erwartungen in einem Kurs. Bei der Preisbildung des Holz-Futures kämpfen menschliche Verzagtheit und Zuversicht auf der Börsenbühne miteinander. Das Hin-und-her-Wogen des Kampfes ist spannend. Sobald der Holzpreis ins Verhältnis gesetzt wird zu Aktienkursen, gibt die unorthodoxe Verbindung Einblicke in Markt­befindlichkeiten und erlaubt einen Ausblick darauf, wie es weitergehen kann am Markt. Einen wahrscheinlichen Ausblick wird ein Investor immer als Gewinnchance begreifen.

Ich beginne die Gebirgsbesteigung auf der linken Chartseite im Februar 2020 kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Holzpreis startet bei null Prozent. Holz wird in den USA mehr noch als bei uns beim Bau von Einfamilienhäusern benutzt sowie ähnlich wie bei uns zur Konstruktion von Hallen und Dachstühlen. Holz wird nachgefragt, wenn Zuversicht herrscht, wenn Unternehmer etwas unternehmen, da sie glauben, in der Zukunft mit ihrer Unternehmung Gewinn zu erwirtschaften. Als das Corona-Virus sich ausbreitete, war der Glaube an die Zukunft erschüttert und Gewinne in Non-Softwarebranchen waren schwer vorstellbar, der Holzkurs brach ein, innerhalb von vier Wochen um 40 Prozent → 

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NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 13.11.2022

Feuer im Depot

Von Frank Sauerland

„Guten Morgen, ich mache mir Gedanken über deinen Post von Sonntag. Inwiefern kann ich aus dem, was die letzten 12/6/3 Monate gestiegen ist, ableiten: Was in Zukunft steigen wird? Der Rückblick ist schön. Aber welche Informationen gibt es für die Zukunft? Schöne Grüße aus (…)” Das schreibt mir M.W. diese Woche, nachdem er meinen Newsletter vom vorigen Sonntag gelesen hat.

Danke für die Frage!

Das interessiert mich natürlich auch, welche Infos es über die Zukunft gibt. Das interessiert viele, mit am stärksten wohl die Aktien-Investoren unter uns, also wahrscheinlich jeden, der bis hierhin den Text gelesen hat.

Die Antwort ist oben im Bild zu sehen. Sogar doppelt.

Im Feuer und im Rauch.

Das mag philosophisch klingen oder esoterisch. Aber es ist hart und konkret gemeint. Hart: Weil es nur wenige werden akzeptieren können. Konkret: Weil es Vermögen bedeutet. Das Vermögen, am Aktienmarkt gegen andere Gewinne zu machen.

Nur so sind Gewinne möglich: Jemand anderes muss verlieren. Alle können nicht gewinnen.

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NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 6.11.2022

Verkaufen lernen

Von Frank Sauerland

In sieben Wochen ist Weihnachten. Das erschreckt. Die Zeit rast. Lediglich zwei Börsenmonate hat das Jahr noch. Ich drehe ihnen den Rücken zu und schaue zurück auf die bereits abgelaufenen zehn Monate des Jahres: Auch hier ist Erschrecken.

Es ist ein lehrreiches Erschrecken und die Lehre heißt: Lerne Verkaufen.

Die obige Finviz-Marketmap macht das augenfällig. Sie erläutert und beweist. Versammelt sind dort die großen US-Aktienunternehmen ( = S+P500), gruppiert in ihre Sektoren. Je größer das Unternehmen, desto größer ist sein Kasten in der Grafik. Eingestellt habe ich die Marktkarte auf „prozentuale Kursentwicklung vom Jahresbeginn an bis heute”. Je besser es für ein Aktienunternehmen gelaufen ist, umso grüner ist sein Kasten. Je schlechter, desto röter.

Die Karte ist einfach. Ihre Aussage ist klar. Auffällig ist die Ballung großer roter Kästen im oberen linken Drittel der Karte. Unter den dort verstärkt sich konzentrierenden Kästen lässt sich gedanklich eine diagonale Linie ziehen. Oberhalb der Linie ist Depotkatastrophengebiet — bezogen auf den betrachteten Zeitraum. Unterhalb der Linie lassen sich immerhin grüne Inseln ausmachen 

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NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 30.10.2022

Grünes Meer mit roten Löchern

Von Frank Sauerland

Die summarische Lage, für den eiligen Leser knapp zusammengefasst: Sie ist einfach. Und das Szenario: gut und mit einer klaren Karte versehen, siehe obiges Bild. Solch eine deutliche Karte hat man selten an der Börse.

Zu sehen ist die Marktkarte des Börsendatenanbieters Finviz. Ich habe die Karte auf Wochenansicht gestellt. Dadurch wird ein interessanter Trend sichtbar. Die Wochenansicht notiert die prozentualen Kursveränderungen der letzten fünf Handelstage (24.-28.10.). Je mehr Kursgewinn erzielt wurde, desto grüner sind die Kästen. Je stärkeren Verlust eine Aktie angehäuft hat, desto röter ist ihr Kasten gefärbt. 

Versammelt sind in der obigen Marktkarte die Mitglieder des S+P 500. Der Index enthält die marktführenden US-Aktienunternehmen und er dient mit als Anzeiger für den Zustand des US-Aktienmarktes und letztlich auch der Aktienmärkte der westlichen Welt, da die meisten Börsianer zumindest mit einem Auge zur Wallstreet blicken, meist sogar mit beiden Augen.

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NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 23.10.2022

Deutscher Aktienmarkt: Wie gut ist er im Vergleich zum US-Markt?

Von Frank Sauerland

Die Probleme des Wirtschaftsstandortes Deutschland sind in den üblichen Medien von den üblichen Verdächtigen behandelt worden, in jeder gewünschten Tiefe und Tonlage.

Als Investor, der sich über Lage und Szenarien des deutschen Aktienmarktes klar werden möchte, nehme ich solche Äußerungen zur Kenntnis, speichere sie im Hinterkopf, so dass vorn wieder alles frei ist und greife mir einen Chart oder zwei. Charts haben Vorteile gegenüber Wirtschaftsstandortproblemschilderungen:

  • Sie wollen mich nicht von ihrer Meinung überzeugen. Sie haben keine.
  • Sie dokumentieren Vergangenheit in der harten Währung der Massenentscheidung.
  • Sie zeigen offen, dass sie die Zukunft nicht kennen. Ihre Aufzeichnung endet derzeit am Freitag, dem 21.10.2022.

Meine Aufgabe als privater Aktienanleger ist zu entscheiden, ob es für mich ratsam ist, mich im deutschen Aktienmarkt zu engagieren oder ob woanders womöglich bessere Chancen bei geringerem Risiko existieren.  Um eine Antwort auf die Frage zu bekommen, benötige ich einen Maßstab.

Weiterlesen → Die Wahrheit über den deutschen Aktienmarkt lesen

NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 16.10.2022

Auf den Punkt

Von Frank Sauerland

Blende ich Hoffen, Bangen, Glauben aus und halte mich an die Realität, welche das Chartbild oben dokumentiert, dann bleibt die Lage am Aktienmarkt für mich, wie ich sie letzten Sonntag beschrieben habe: einfach.

Denn es gibt zur Zeit nur einen entscheidenden Faktor, statt einem Gewusel von Faktoren, wie es normalerweise ist. Die Fed, die US-Zentralbank, ist der entscheidende Faktor, und in der Fed gibt es den einen entscheidenden Kopf: den von Fed-Chef Jerome Powell. In dem Kopf kreisen die beruflichen Gedanken, so darf ich annehmen, um die amerikanischen Inflationsdaten.

Eine solche „monokausale” Lage ist für Aktienmarkt-Investitionsentscheider angenehm. Es geht ziemlich einzig darum, ob die US-Inflationsdaten endlich fallen und die Fed damit bei den angekündigten Zinserhöhungen zurückhaltender werden kann → Aktienmarkt-Analyse weiterlesen

NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 9.10.2022

Der Fed-Faktor

Von Frank Sauerland

Die Lage ist einfach. Der Markt will nach oben. Aber die Fed lässt ihn nicht.

Die Fed, also die US-Zentralbank, will die Zinsen erhöhen, um die ausufernde Inflation einzudämmen, und das belastet die Aktienkurse.

Marktteilnehmer stellen sich nun jeden Tag erneut die Frage, ob die Fed ihr Vorhaben weiterhin vorantreiben wird, oder ob sie davon ablässt, da die Nebenwirkungen zu groß werden, die Wirtschaft also in eine Rezession rutscht.

  • Am Montag und Dienstag der gerade abgelaufenen Handelswoche glaubte eine Marktmehrheit, die Fed würde nachgiebiger, sie würde "weich". Sofort stiegen die Kurse kräftig.
  • Am Mittwoch und Donnerstag wartete man auf die US-Arbeitsmarktzahlen, welche am Freitag veröffentlicht würden. Die Kurse stagnierten.
  • Am Freitag kamen die Zahlen, sie waren „zu gut”. Schlussfolgerung: Die Fed würde weiter hart bleiben. Die Kurse fielen.

Denn 263.000 Arbeitsplätze, die im September zusätzlich (...) Die geschilderte Lage erlaubt es mir als Anleger, eindeutige Szenarien zu bauen → Aktienmarktanalyse weiterlesen

NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 2.10.2022

Im Ohrensessel zu Aktiengewinnen

Von Frank Sauerland

Draußen tobt der Markt. Es brüllt der Bär. Aber ich spreche von Aktiengewinnen, die man nervenschonend vom Ohrensessel aus machen kann?

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Darum werden die meisten es nicht glauben, und das ist richtig so.

Denn Gläubige halten sich besser fern von der Börse, zu leicht holt sie dort der Teufel. Börse ist eher etwas für klarsichtige Skeptiker und für Normalbürger, finde ich:

  • weil Börse nicht besonders kompliziert sein muss, einige Durchschnittsüberlegungen zum Thema reichen aus
  • weil die Marktlage für Zeitgenossen mit beiläufigem Blick ausreichend gut zu beurteilen ist.

Schaue ich mir obiges Bild mit dem mäßig interessierten Blick eines Bürgers an, der auch noch andere Dinge als Börsengeschäfte zu erledigen hat, so erfasse ich bestenfalls grobe Trends, sozusagen Schemen und Flächen — und das ist perfekt. Gerade dadurch verdeutlicht sich mir die Lage, und ich kann mir ein Szenario entwickeln für meine Aktienanlage 

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Chart des Nasdaq 100 inklusive Detrending: Der Pfeil zeigt den saisonal tiefsten Punkt.

Lage & Szenarien vom 25.9.2032

Der Pfeil des Grauens

Von Frank Sauerland

Diese Lage & Szenarien-Gesprächsaufzeichnung kommt aus der Zukunft. Durch ein Wurmloch, eine Raum-Zeitfalte im Hyperkonditionalum ist sie hindurch geschlüpft und verbreitet sich vorzeitig. Ich hoffe nur, durch deine um zehn Jahre verfrühte Lektüre des Gesprächs verändert sich die Zukunft nicht.

Vielleicht wäre es doch am sichersten, wenn du darauf verzichtest, diese Lage & Szenarien-Ausgabe zu lesen. Dann kann nichts passieren. — Auf keinen Fall aber - falls du doch weiterliest - solltest du den Newsletter als Anlagetipp aus der Zukunft weiterleiten an Bekannte oder Freunde; wir wollen den Schaden nicht noch vergrößern.

„Papa, wie geht es nun weiter mit dem Aktienmarkt?”

„Ich weiß es nicht, Tochter.”

„Du weißt doch immer alles.”

„Hä?”

„Und besser weißt du es auch. Besser als alle. Immer.”

„Willst du dir eine einfangen?”

„Papa … das darf man nicht.”

„Früher …”

„Hör auf mit früher. Früher war immer alles besser, das weiß ich schon.”

„Nein, war es nicht.”

„Doch! Eins schon, Papa. Du sagst immer, wie ich investieren soll und das ich sparen soll, schon früh damit anfangen soll, Geld in Aktien anzusparen, statt es auszugeben.”

„Äh …”

„Aber du hast es damals einfach gehabt. Du konntest einfach zugreifen bei den Aktien, die waren so billig vor zehn Jahren.”

„Das ist doch Unsinn, zeig mir das mal auf den Charts.”

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Chart des Nasdaq 100 inklusive Detrending: Der Pfeil zeigt den saisonal tiefsten Punkt.

Lage & Szenarien vom 18.9.2022

Der Timing-Anzeiger

Von Frank Sauerland

Auch Aktien kennen Jahreszeiten. Jetzt ist Herbstsaison. Es wird kurskalt. Der Chart oben zeigt den US-Index Nasdaq 100 auf spezielle Weise aufbereitet und der Pfeil weist auf den Punkt, auf welchen wir uns laut diesem Chart in den nächsten Tagen hinbewegen werden. Der Chart dient sich als Timing-Anzeiger an, das heißt er will helfen, den richtigen Moment für einen Aktienkauf zu finden. Ich hatte letzte Woche den Timing-Anzeiger kurz angesprochen, als ich auf die Aufwärtsschere hinwies, die anzeigt, was mit Wahrscheinlichkeit passieren wird, wenn die Kurse sich nach oben in Bewegung setzen.

Der Timing-Anzeiger und die Aufwärtsschere bilden ein gutes Package, um ein begründetes Szenario zu kreieren. Zuvor knapp zur Lage:

Sie ist schlecht. Am Freitag (16.9.22), dem bislang letzten Handelstag, schoss eine Nachricht des großen Transportunternehmens FedEx den bereits angeschlagenen Markt an der Wallstreet endgültig ab. FedEx warnte vor einem scharfen Rückgang beim Paketaufkommen. Investoren schlossen messerscharf, dass es dann wohl um die Weltwirtschaft insgesamt schlecht bestellt sein müsse.

Dazu noch werden die Investoren immer wieder von US-Zentralbankchef Jerome Powell daran erinnert, dass er die Zinsen weiterhin erhöhen wolle … Lust auf Aktien machte das alles nicht. Also wurde verkauft. FedEx verlor historische 21 Prozent, der marktbreite S+P 500 schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent bei einem Wochenverlust von 4,7 und einem Monatsverlust von schmerzhaften 8 Prozent.

Die Anlegerstimmung ist am Boden. Schaue ich mir das Chartbild oben an, so passt alles zusammen. Dort gezeigt ist wie gesagt der Nadaq 100, welcher sich auf die 100 größten US-Aktienunternehmen konzentriert, wobei Bankaktien außen vor bleiben.

Der Chart zeigt den Kursverlauf des Index’ im Durch­schnitt der vergangenen 25 Jahre. Zusätzlich ist er „de-trended”, das bedeutet übergeordnete Trends wurden herausgerechnet. Ob der Index in einem Jahr insgesamt eher nach oben ging oder nach unten, das spielt in dem Bild keine Rolle mehr, es bleibt der nackte, jahreszeitliche Trend übrig. Zu sehen ist das daran, dass der Chart links bei dem Wert 100 beginnt und rechts exakt wieder bei 100 aus dem Durchschnittsjahr herausgeht

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Chart des S+P 500: Der Pfeil zeigt die Aufwärtsschere.

Lage & Szenarien vom 11.9.2022

Die Aufwärtsschere

Von Frank Sauerland

Am Freitag stiegen die Kurse an der Wallstreet auf gesamter Breite. Zum ersten Mal seit einem Monat konnte die Weltleitbörse mit einem Wochengewinn abschließen.

Das ist bemerkenswert. Denn nach dem geradezu brutalen Rede-Auftritt des mächtigen US-Notenbankchefs Jerome Powell beim Banker-Symposium in Jackson Hole vom 26.8. hatten den Wallstreetiers endgültig die Hände gezittert, und im Zweifel drückten die Zitterer den Verkaufsknopf, oder sie shorteten Aktien, setzten also auf fallende Kurse.

Fed-Chef Powell hatte schließlich angekündigt, seine Politik der Zinserhöhungen durchzuziehen, auch Schleifspuren bei Wirtschafts- und Beschäftigungszahlen hinzunehmen, um die Inflation einzudämmen. Gehen die Zinsen hoch, fallen die Kurse. So einfach ist die Rechnung der Finanztaktiker und -praktiker, und an der Stelle wird es interessant:

Schaue ich mir nämlich den Chart oben an und weiß zugleich, dass der Pessimismus bei den Händlern genauso auf einem historischen Hoch ist wie ihre Short-Quote, dann zeigt der Chart mögliche Zukunft, obwohl er nur Vergangenheit notiert, und was kann es für einen Börsenengagierten Aufregenderes geben, als einen Blick zwischen den schweren Samtvorhängen der Gegenwart hindurch auf künftige Entwicklungen zu erhaschen.

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Chart des S+P 500 im Börsenblog: Der Pfeil zeigt den Trend.

Lage & Szenarien vom 4.9.2022

Zu den Kursen: Kurze Frage, klare Antwort

Von Frank Sauerland

Ob es um die Kurse einzelner Aktien geht oder um den Kurs des gesamten Marktes, zum Schluss läuft es doch immer auf eine Frage hinaus: rauf oder runter?

Die Frage kommt so kurzkrass auf den Punkt, dass nicht mal Platz für ein Verb in ihr bleibt. Die Antwort auf die Frage fällt Anlagespezialisten, Vermögensberater und Finanzplanern oftmals schwer und wird manchmal länger und länger. Eventualitäten werden in die Diskussion gebracht, Nachrichtenschnipsel, Hörensagen-Geschichten, Umfragen, Statistiken.

Die Antwort auf die Rauf-oder-runter-Frage ist deshalb so schwer, da ärgerlicherweise die Zukunft eine entscheidende Rolle bei ihr spielt und die Zukunft unbekannt ist. Auch die von mir gern benutzten Charts brechen leider genau in dem Moment ab, da es interessant zu werden verspricht, und so können auch chartgestützte Antworten auf die Frage „Rauf-oder-runter?” geduldstrapazierend lang ausfallen.

Sie müssen es aber nicht. Es geht auch anders.

Oben zu sehen ist der Chart des US-amerikanischen Leitindex’ S+P 500, in welchem die 500 großen US-Aktienunternehmen konzentriert sind. Das Chartbild zeigt die Kursentwicklung seit Jahresbeginn. Die Frage an das Chartbild: rauf oder runter?

Meine kurze Antwort: runter. So einfach kann Börse sein → weiterlesen

Chart des S+P 500 im Börsenblog: Aussichten für September.

Lage & Szenarien vom 28.8.2022

Zinsen rauf, Kurse runter

Von Frank Sauerland

Am Freitag sprach Jerome Powell zum Abschluss eine Symposiums der Notenbanker in Jackson Hole, Wyoming. Nach der Rede des Chefs der US-Notenbank Fed gaben die Aktienkurse an der New Yorker Börse in der Breite nach. Bis zum Handelsschluss verfielen die Kurse immer weiter.

Powell will die Inflation in den USA bekämpfen und deswegen wird die Fed, abhängig von der aktuellen Datenlage, fortgesetzt die Zinsen erhöhen. Powells zentrale Aussagen:

  • Die Fed ist nicht überzeugt, dass die Inflation ihren Höhepunkt bereits erreicht hat.
  • Die Fed sieht derzeit nicht, dass sie die Zinserhöhungen in nächster Zeit beenden könnte.
  • Die Fed sieht einen US-Arbeitsmarkt, der aus der Balance geraten ist. Es werden mehr Arbeitskräfte gesucht, als vorhanden sind.

 → Und so geht es weiter an der Börse: hier klicken

Die Apple-Aktie stößt an einen Deckel.

Lage & Szenarien vom 21.8.2022

Die Börse von Apple

Von Frank Sauerland

Das Unternehmen Apple und das Adjektiv „langsam” gehen zunächst nicht zusammen. Apple-Gründer Steve Jobs war alles andere als geduldig. Sein Nachfolger Tim Cook gilt als Kostenkiller. Er hat den iPod auf dem Gewissen. Die HomePod Lautsprecher schoss er drei Jahren nach Markt­einführung ab, da sie nicht performten. Apple ist Hightech, ist Design, ist angesagt. Geduld und Langsamkeit sind so ziemlich das Gegenteil: nix Tech, gemütlich Sofa und Langeweile.

Apple gelingt jedoch gerade das Kunststück, in Deutschland kaum bemerkt, beides zusammen­zubringen, also den Hightech-Konzern und die Langsamkeit, und daraus möglicherweise eine Cashmaschine für die nächsten Jahrzehnte zu konstruieren → weiterlesen

Rheinmetall: zwei Charts, die 50-Tagelinie und ein Kringel.

Lage & Szenarien vom 14.8.2022

Gewinne oder Geschwätz

Von Frank Sauerland

Da muss ich mich entscheiden. Will ich Gewinne oder will ich Geschwätz. Börsengeschwätz unterhält wunderbar, keine Frage. Zum Beispiel die Diskussion darüber, ob die Wirtschaft in eine Rezession rutschen wird oder bereits in ihr ist oder gerade wieder herauskommt. Gern diskutiert wird auch, ob die Inflation anzieht oder fällt oder bleibt. Alles ist möglich, und wenn alles möglich ist, herrscht die höchste Spannung. So funktioniert eine gute Erzählung, und gehe ich so an die Börse heran, ist sie genau das: eine gut geschmierte Erzählung, eine lang laufende, verflixt spannende Netflix-Serie; mit gekonnten Cliffhangern zum Tagesende, so dass ich dem nächsten Börsenmorgen entgegen fiebere.

Das unterhält, bringt jedoch keine Gewinne.

Börsengewinne funktionieren anders, relativ einfach, geradezu unspannend. Die Ökonomie kann zum Beispiel eine Rezession signalisieren und trotzdem treten Aktien zur Rallye an. Besser ist meist, ich höre auf die Aktien. Das zahlt sich mehr aus.

 → Weiterlesen und erfahren, wie Börsengewinne funktionieren.

Reagieren auf den Euro-Abstieg: Ein aktueller Schnell-Wegweiser für Aktien-Anleger in den Gewinnraum

Lage & Szenarien vom 31.7.2022

Hartes Geld mit weichen Brötchen

Von Frank Sauerland

McDonalds kann man mögen und dort mit seinen Kindern hingehen. Man kann die Einkehr bei McDonalds auch problematisch finden, gerade weil die Kinder es lieben, ein Burgermenü jedoch eine Kalorien- und Gesundheits­herausforderung ist.

Man kann sich als mittelalter Mann von den Klicki­bunti­bestell­bild­schirmen überfordert fühlen. Die Kinder beherrschen die Panels und zeigen den Alters­fort­geschrittenen gern, wie es geht. Man kann die Bildschirmbestellerei auch gut finden, da es das Warten am Tresen verkürzt und den Warendurchsatz erhöht.

Man kann finden, Burger­brater­konzerne zahlen schlechte Löhne und sind Ausbeuter. Auch die gegenteilige Ansicht lässt sich vertreten, man wird angelernt, der Job ist sofort da und wer Ambitionen hat, betrachtet es als interne Betriebserkundung und macht ein Franchise auf. Vor allem aber kann man mit McDonalds verdienen und das schmeckt Investoren, auch wenn ihnen die Burger nicht munden oder vom Arzt verboten sind.

1000 Prozent Gewinn waren mit der Aktie möglich. → weiterlesen

Reagieren auf den Euro-Abstieg: Ein aktueller Schnell-Wegweiser für Aktien-Anleger in den Gewinnraum

Lage & Szenarien vom 24.7.2022

Der Abstieg

Von Frank Sauerland

Der Abstieg ist epochal, und das Ärgerliche ist, er betrifft mich und einige andere wohl auch. Wir sitzen nicht in der Loge und schauen zu, sondern wir sind mit auf der Bühne und aufgeführt wird ein Drama. „Eurodrama” heißt das Stück, und oben ist das Reklameplakat dazu. Es hängt weltweit aus und es ist richtig gut, denn jeder versteht es sofort, und so wird der Zulauf aus dem Publikum groß sein.

Die Nichteuropäer werden sich unterhalten lassen von dem saftigen Stück, Bildungsbürger werden wissend den Kopf wiegen und auf die Lateinische Münzunion verweisen. Romantiker werden weinen, Krieger werden klatschen, vor Begeisterung und zur Anfeuerung. Staunen werden Politiker: Die Gesetze des Dramas sind unerbittlich und haben sich seit Aristoteles nicht geändert.

Für Lage & Szenarien sind bei dem aufgeführten Drama die Investoren interessant. Wie reagieren Investoren, die von weither kommen, von außerhalb Europas? Wie agieren europäische Investoren, die mit auf der Bühne stehen, die Mithandelnde oder Mitbehandelte sein werden?

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Lage & Szenarien vom 17.7.2022

Wie es weitergeht

Von Frank Sauerland

Ich nehme den marktbreiten US-Aktienindex S+P 500 als General­anzeiger, um mir sommerlich knapp über die Situation an den Märkten klar zu werden. Fünf aufeinander folgende Handelstage verzeichnete der S+P 500 Verluste. Um am Freitag, dem derzeit letzten Handelstag, um 1,9 Prozent nach oben zu schnappen: maximale Verwirrung bei den Markt­teilnehmern, was denn nun?! Hoch oder runter, wie geht es weiter?

Nun ja, es ist geradezu die Aufgabe des Marktes, für Verwirrung zu sorgen. Nur wenn die Mehrheit verwirrt ist, kann eine Minderheit Gewinn machen. Wenn alle dieselbe Meinung haben, also glauben, unverwirrt zu sein, dann haben sie sich schließlich schon entsprechend am Markt positioniert. Sie haben zum Beispiel alle bereits gekauft. Und damit steht die unverwirrte Mehrheitsgruppe zuverlässig auf der falschen Seite: Die Kurse werden sinken, denn die Mehrheit hat gekauft, es fehlen weitere Käufer. Äh, verwirrt das jetzt?! … Ich wollte sommerlich kurz bleiben, also:

Brad McMillan ist Chefinvestor beim Commonwealth Financial Network, und er sagt dem Wall Street Journal am Freitag, dass die Kurse nun näher an den erwarteten Gewinnen der Unternehmen seien: „Wir sind in einem Bodenbildungsprozess.”

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Lage & Szenarien vom 10.7.2022

Deutsche Telekom - die Riesen-Chance

Von Frank Sauerland

Die Lage: Ich nehme den breit angelegten US-Aktienindex S+P 500 als großen Marktanzeiger. Er verbuchte in der abgelaufenen Woche Kursgewinne. Insbesondere die bislang verprügelten Big Tech-Aktien machten Boden gut. Da die US-Zentralbank Fed die Zinsen erhöht, war allgemein in letzter Zeit die Angst verbreitet vor dem Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession. Doch die jetzt vom Labor Department veröffentlichten Arbeitslosen­zahlen zerstreuten die Sorgen, zumindest für diese Woche: In den USA wurden 372.000 neue Jobs gemeldet, erwartet worden waren lediglich 250.000.

Das Szenario: Nach einem schlimmen ersten Aktienhalbjahr kommt die Ahnung einer sommerlichen Entspannung auf. Beim Ukraine-Krieg setzt Gewöhnung ein, Deutschlands Gas-Malaise interessiert international niemanden und über ein am Horizont flackerndes Euro-Krisengewitter will man sich während eines Sommers am Strand keine Sorgen machen, schließlich könnte das auch nur ein harmloses Wetterleuchten sein, welches sich wieder verzieht. Der Euro-Kurs sinkt gegenüber dem Dollar, damit ist das Thema vorerst ausreichend in den Markt eingearbeitet. Mitte der kommenden Woche werden in den USA neue Daten zur Inflation veröffentlicht, sie dürften der Katalysator sein für die Börsenkursverläufe in der Restwoche.

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Lage & Szenarien vom 3.7.2022

Die Smarten warten

Von Frank Sauerland

Sommer 2022 in Bremerhaven: Die Blech­planken­verkleidung des Parkhauses hat Lücken und ermöglicht den Blick hinaus auf zwei Container­brücken des Überseehafens. Ein Spreader, ganz klein im Bild, kommt frei von einem gerade abgestellten Container und saust nach oben. Draußen flirrt die Mittags­hitze, im Parkhaus ist es kühl.

Das Bild ist auch Symbol. Die Wirtschaft brummt, der Investor parkt und wartet. An der Börse ist wenig zu holen aus Gründen, die andere und ich seit Wochen aufgeschrieben haben.

An dieser Stelle kann der eilige Leser die Lektüre bereits beenden, einen ähnlichen Hinweis gab ich schon letzten Sonntag … Ist das Depot defensiv aufgestellt oder auf Kernpositionen abgeschmolzen, bleibt wenig zu tun. Man parkt mit kühlem Kopf und schaut zu, wie die Wirtschaft noch brummt und die Börsenhitze den ein oder anderen Handels­hektiker zum Schwitzen bringt.

Das erste Halbjahr 2022 ist zu Ende und ergab für Aktien im markt­repräsentativen Index S+P 500 einen Verlust von 20 Prozent, was der schlechteste Halbjahreswert seit 1962 ist. Gewinner des Jahres waren bisher die Öl- und Gaswerte, auch Rüstungs­aktien verzeichneten steigende Kurse. Verlierer waren die Tech-Aktien, die im Jahr zuvor angesagt waren.

Die US-Zentralbank Fed bekämpft die gestiegene Inflation, indem sie die Zinsen erhöht; hier sind aktuell interessante Beobachtungen zu machen: Die Zins­erhöhungen könnten Wirkung zeigen (...)

Weiterlesen → Warum die Fed die Markt­bedingungen ändern kann

Die Lage & Szenarien-Analysen von Frank Sauerland aus dem 1. Halbjahr 2022 sind im Aktien-Blog hier zu finden.

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