Aktien Börsen Blog September 2022

Ansichten eines Aktienanlegers
NYYSE Index New Lows: Pfeile und Kreise geben einfache Handlungsanweisungen für Aktienanleger.

Lage & Szenarien vom 2.10.2022

Im Ohrensessel zu Aktiengewinnen

Von Frank Sauerland

Draußen tobt der Markt. Es brüllt der Bär. Aber ich spreche von Aktiengewinnen, die man nervenschonend vom Ohrensessel aus machen kann?

Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Darum werden die meisten es nicht glauben, und das ist richtig so.

Denn Gläubige halten sich besser fern von der Börse, zu leicht holt sie dort der Teufel. Börse ist eher etwas für klarsichtige Skeptiker und für Normalbürger, finde ich:

  • weil Börse nicht besonders kompliziert sein muss, einige Durchschnittsüberlegungen zum Thema reichen aus
  • weil die Marktlage für Zeitgenossen mit beiläufigem Blick ausreichend gut zu beurteilen ist.

Schaue ich mir obiges Bild mit dem mäßig interessierten Blick eines Bürgers an, der auch noch andere Dinge als Börsengeschäfte zu erledigen hat, so erfasse ich bestenfalls grobe Trends, sozusagen Schemen und Flächen — und das ist perfekt. Gerade dadurch verdeutlicht sich mir die Lage, und ich kann mir ein Szenario entwickeln für meine Aktienanlage → weiterlesen

Gastbeitrag von Michael Schulte

Anleihen als Chance und wie sie funktionieren

29.9.2022 - Ja, den hinteren Teil dieses Artikels hatte ich 2019 hier schon einmal im freien Bereich, aber in der modernen Medienwelt der Klickeritis und schnellen Aufreger, sind selbst Texte die drei Tage alt sind schon schnell vergessen, geschweige denn drei Jahre. 😉

Dabei wird das Thema gerade jetzt perspektivisch interessant, denn die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen nähern sich schon 4% und FED-Chef Jerome Powell versucht sich als "Klon" von Paul Volcker zu positionieren, der in den 80ern mit einer brutalen Zinspolitik die Inflation erfolgreich bekämpft hat.

Man sieht übrigens sehr schön, wie zeitnah zu Volckers Zeiten in den 80ern die FED auf die Inflation reagiert hat und dass man heute viel zu lange gewartet hat - die EZB übrigens noch schlimmer als die FED.

Nun wissen wir nicht, wie lange Jerome Powell noch auf dem zinstechnischen Gaspedal bleibt, aber Zinsen im zweistelligen Bereich wie zu Volckers Zeiten erscheinen schon deshalb unrealistisch, weil selbst die Vereinigten Staaten diese dauerhaft nicht mehr tragen können, wenn die immense Schuldenlast dann langsam von alten Anleihen auf neue refinanziert werden muss.

Es ist also realistisch anzunehmen, dass die US-Zinsen irgendwo oberhalb von 4% ein dauerhaftes Hoch finden, vielleicht erreichen sie Anfang 2023 auch noch 5%, spätestens dann sollte aber die US-Konjunktur so abkippen, dass die FED in ihrem dualen Mandat wieder vom Gaspedal gehen muss.

Und genau dieser Moment, nennen wir ihn mal *Peak Inflation*, weil er wohl mit dem Hoch der Inflationserwartungen korrelieren wird, könnte dann die erste strukturelle Chance für Anleihen seit Jahrzehnten sein. Denn mit wieder fallenden Zinsen, steigen Anleihen im Wert und dass man auf eine "sichere" 10-jährige US-Staatsanleihe nun fast 4% Zins bekommt, ist ja auch wieder attraktiv, sobald die Inflation fällt und der Realzins damit wieder ins Positive dreht. → Weiterlesen

Michael Schulte ist Mr. Market. Er schreibt das wohl beste, zu recht erfolg­reichste deutsche Börsen­blog "Mr-Market". Darin bietet er täg­liche Börsen­analyse und gibt fun­diertes Wissen weiter über lang­fristigen Vermögens­aufbau.

Verluste vermeiden II.

Heftige Zwischenerholungen, tiefere Tiefs: Zeichen einer Korrektur. → Jetzt richtig verhalten.

Verluste vermeiden III.

Wenn morgen Verluste drohen: Der erfahrene Aktionär weiß es schon heute. Aufgrund eines einfachen Alarmgebers. → Das ist er.

In 3 Schritten zum erfolgreichen Anleger

Das ist der kreativste, vielleicht schönste Teil der Anlage. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, suche neue Ideen. Alles ist erlaubt, Gespräche, Handywischen, Supermarkteinkäufe, Besichtigungen. Ideen warten an jeder Ecke, die Herausforderung ist, sie wahrzunehmen, einzuordnen. Aktienscreener können … → Aktienauswahl, Risikomanagement, Durchführung

Chart des Nasdaq 100 inklusive Detrending: Der Pfeil zeigt den saisonal tiefsten Punkt.

Lage & Szenarien vom 25.9.2032

Der Pfeil des Grauens

Von Frank Sauerland

Diese Lage & Szenarien-Gesprächsaufzeichnung kommt aus der Zukunft. Durch ein Wurmloch, eine Raum-Zeitfalte im Hyperkonditionalum ist sie hindurch geschlüpft und verbreitet sich vorzeitig. Ich hoffe nur, durch deine um zehn Jahre verfrühte Lektüre des Gesprächs verändert sich die Zukunft nicht.

Vielleicht wäre es doch am sichersten, wenn du darauf verzichtest, diese Lage & Szenarien-Ausgabe zu lesen. Dann kann nichts passieren. — Auf keinen Fall aber - falls du doch weiterliest - solltest du den Newsletter als Anlagetipp aus der Zukunft weiterleiten an Bekannte oder Freunde; wir wollen den Schaden nicht noch vergrößern.

„Papa, wie geht es nun weiter mit dem Aktienmarkt?”

„Ich weiß es nicht, Tochter.”

„Du weißt doch immer alles.”

„Hä?”

„Und besser weißt du es auch. Besser als alle. Immer.”

„Willst du dir eine einfangen?”

„Papa … das darf man nicht.”

„Früher …”

„Hör auf mit früher. Früher war immer alles besser, das weiß ich schon.”

„Nein, war es nicht.”

„Doch! Eins schon, Papa. Du sagst immer, wie ich investieren soll und das ich sparen soll, schon früh damit anfangen soll, Geld in Aktien anzusparen, statt es auszugeben.”

„Äh …”

„Aber du hast es damals einfach gehabt. Du konntest einfach zugreifen bei den Aktien, die waren so billig vor zehn Jahren.”

„Das ist doch Unsinn, zeig mir das mal auf den Charts.”

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Chart des Nasdaq 100 inklusive Detrending: Der Pfeil zeigt den saisonal tiefsten Punkt.

Lage & Szenarien vom 18.9.2022

Der Timing-Anzeiger

Von Frank Sauerland

Auch Aktien kennen Jahreszeiten. Jetzt ist Herbstsaison. Es wird kurskalt. Der Chart oben zeigt den US-Index Nasdaq 100 auf spezielle Weise aufbereitet und der Pfeil weist auf den Punkt, auf welchen wir uns laut diesem Chart in den nächsten Tagen hinbewegen werden. Der Chart dient sich als Timing-Anzeiger an, das heißt er will helfen, den richtigen Moment für einen Aktienkauf zu finden. Ich hatte letzte Woche den Timing-Anzeiger kurz angesprochen, als ich auf die Aufwärtsschere hinwies, die anzeigt, was mit Wahrscheinlichkeit passieren wird, wenn die Kurse sich nach oben in Bewegung setzen.

Der Timing-Anzeiger und die Aufwärtsschere bilden ein gutes Package, um ein begründetes Szenario zu kreieren. Zuvor knapp zur Lage:

Sie ist schlecht. Am Freitag (16.9.22), dem bislang letzten Handelstag, schoss eine Nachricht des großen Transportunternehmens FedEx den bereits angeschlagenen Markt an der Wallstreet endgültig ab. FedEx warnte vor einem scharfen Rückgang beim Paketaufkommen. Investoren schlossen messerscharf, dass es dann wohl um die Weltwirtschaft insgesamt schlecht bestellt sein müsse.

Dazu noch werden die Investoren immer wieder von US-Zentralbankchef Jerome Powell daran erinnert, dass er die Zinsen weiterhin erhöhen wolle … Lust auf Aktien machte das alles nicht. Also wurde verkauft. FedEx verlor historische 21 Prozent, der marktbreite S+P 500 schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent bei einem Wochenverlust von 4,7 und einem Monatsverlust von schmerzhaften 8 Prozent.

Die Anlegerstimmung ist am Boden. Schaue ich mir das Chartbild oben an, so passt alles zusammen. Dort gezeigt ist wie gesagt der Nadaq 100, welcher sich auf die 100 größten US-Aktienunternehmen konzentriert, wobei Bankaktien außen vor bleiben.

Der Chart zeigt den Kursverlauf des Index’ im Durch­schnitt der vergangenen 25 Jahre. Zusätzlich ist er „de-trended”, das bedeutet übergeordnete Trends wurden herausgerechnet. Ob der Index in einem Jahr insgesamt eher nach oben ging oder nach unten, das spielt in dem Bild keine Rolle mehr, es bleibt der nackte, jahreszeitliche Trend übrig. Zu sehen ist das daran, dass der Chart links bei dem Wert 100 beginnt und rechts exakt wieder bei 100 aus dem Durchschnittsjahr herausgeht

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Chart des S+P 500: Der Pfeil zeigt die Aufwärtsschere.

Lage & Szenarien vom 11.9.2022

Die Aufwärtsschere

Von Frank Sauerland

Am Freitag stiegen die Kurse an der Wallstreet auf gesamter Breite. Zum ersten Mal seit einem Monat konnte die Weltleitbörse mit einem Wochengewinn abschließen.

Das ist bemerkenswert. Denn nach dem geradezu brutalen Rede-Auftritt des mächtigen US-Notenbankchefs Jerome Powell beim Banker-Symposium in Jackson Hole vom 26.8. hatten den Wallstreetiers endgültig die Hände gezittert, und im Zweifel drückten die Zitterer den Verkaufsknopf, oder sie shorteten Aktien, setzten also auf fallende Kurse.

Fed-Chef Powell hatte schließlich angekündigt, seine Politik der Zinserhöhungen durchzuziehen, auch Schleifspuren bei Wirtschafts- und Beschäftigungszahlen hinzunehmen, um die Inflation einzudämmen. Gehen die Zinsen hoch, fallen die Kurse. So einfach ist die Rechnung der Finanztaktiker und -praktiker, und an der Stelle wird es interessant:

Schaue ich mir nämlich den Chart oben an und weiß zugleich, dass der Pessimismus bei den Händlern genauso auf einem historischen Hoch ist wie ihre Short-Quote, dann zeigt der Chart mögliche Zukunft, obwohl er nur Vergangenheit notiert, und was kann es für einen Börsenengagierten Aufregenderes geben, als einen Blick zwischen den schweren Samtvorhängen der Gegenwart hindurch auf künftige Entwicklungen zu erhaschen.

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Chart des S+P 500 im Börsenblog: Der Pfeil zeigt den Trend.

Lage & Szenarien vom 4.9.2022

Zu den Kursen: Kurze Frage, klare Antwort

Von Frank Sauerland

Ob es um die Kurse einzelner Aktien geht oder um den Kurs des gesamten Marktes, zum Schluss läuft es doch immer auf eine Frage hinaus: rauf oder runter?

Die Frage kommt so kurzkrass auf den Punkt, dass nicht mal Platz für ein Verb in ihr bleibt. Die Antwort auf die Frage fällt Anlagespezialisten, Vermögensberater und Finanzplanern oftmals schwer und wird manchmal länger und länger. Eventualitäten werden in die Diskussion gebracht, Nachrichtenschnipsel, Hörensagen-Geschichten, Umfragen, Statistiken.

Die Antwort auf die Rauf-oder-runter-Frage ist deshalb so schwer, da ärgerlicherweise die Zukunft eine entscheidende Rolle bei ihr spielt und die Zukunft unbekannt ist. Auch die von mir gern benutzten Charts brechen leider genau in dem Moment ab, da es interessant zu werden verspricht, und so können auch chartgestützte Antworten auf die Frage „Rauf-oder-runter?” geduldstrapazierend lang ausfallen.

Sie müssen es aber nicht. Es geht auch anders.

Oben zu sehen ist der Chart des US-amerikanischen Leitindex’ S+P 500, in welchem die 500 großen US-Aktienunternehmen konzentriert sind. Das Chartbild zeigt die Kursentwicklung seit Jahresbeginn. Die Frage an das Chartbild: rauf oder runter?

Meine kurze Antwort: runter. So einfach kann Börse sein → weiterlesen

Chart des S+P 500 im Börsenblog: Aussichten für September.

Lage & Szenarien vom 28.8.2022

Zinsen rauf, Kurse runter

Von Frank Sauerland

Am Freitag sprach Jerome Powell zum Abschluss eine Symposiums der Notenbanker in Jackson Hole, Wyoming. Nach der Rede des Chefs der US-Notenbank Fed gaben die Aktienkurse an der New Yorker Börse in der Breite nach. Bis zum Handelsschluss verfielen die Kurse immer weiter.

Powell will die Inflation in den USA bekämpfen und deswegen wird die Fed, abhängig von der aktuellen Datenlage, fortgesetzt die Zinsen erhöhen. Powells zentrale Aussagen:

  • Die Fed ist nicht überzeugt, dass die Inflation ihren Höhepunkt bereits erreicht hat.
  • Die Fed sieht derzeit nicht, dass sie die Zinserhöhungen in nächster Zeit beenden könnte.
  • Die Fed sieht einen US-Arbeitsmarkt, der aus der Balance geraten ist. Es werden mehr Arbeitskräfte gesucht, als vorhanden sind.

 → Und so geht es weiter an der Börse: hier klicken

Die Apple-Aktie stößt an einen Deckel.

Lage & Szenarien vom 21.8.2022

Die Börse von Apple

Von Frank Sauerland

Das Unternehmen Apple und das Adjektiv „langsam” gehen zunächst nicht zusammen. Apple-Gründer Steve Jobs war alles andere als geduldig. Sein Nachfolger Tim Cook gilt als Kostenkiller. Er hat den iPod auf dem Gewissen. Die HomePod Lautsprecher schoss er drei Jahren nach Markt­einführung ab, da sie nicht performten. Apple ist Hightech, ist Design, ist angesagt. Geduld und Langsamkeit sind so ziemlich das Gegenteil: nix Tech, gemütlich Sofa und Langeweile.

Apple gelingt jedoch gerade das Kunststück, in Deutschland kaum bemerkt, beides zusammen­zubringen, also den Hightech-Konzern und die Langsamkeit, und daraus möglicherweise eine Cashmaschine für die nächsten Jahrzehnte zu konstruieren → weiterlesen

Rheinmetall: zwei Charts, die 50-Tagelinie und ein Kringel.

Lage & Szenarien vom 14.8.2022

Gewinne oder Geschwätz

Von Frank Sauerland

Da muss ich mich entscheiden. Will ich Gewinne oder will ich Geschwätz. Börsengeschwätz unterhält wunderbar, keine Frage. Zum Beispiel die Diskussion darüber, ob die Wirtschaft in eine Rezession rutschen wird oder bereits in ihr ist oder gerade wieder herauskommt. Gern diskutiert wird auch, ob die Inflation anzieht oder fällt oder bleibt. Alles ist möglich, und wenn alles möglich ist, herrscht die höchste Spannung. So funktioniert eine gute Erzählung, und gehe ich so an die Börse heran, ist sie genau das: eine gut geschmierte Erzählung, eine lang laufende, verflixt spannende Netflix-Serie; mit gekonnten Cliffhangern zum Tagesende, so dass ich dem nächsten Börsenmorgen entgegen fiebere.

Das unterhält, bringt jedoch keine Gewinne.

Börsengewinne funktionieren anders, relativ einfach, geradezu unspannend. Die Ökonomie kann zum Beispiel eine Rezession signalisieren und trotzdem treten Aktien zur Rallye an. Besser ist meist, ich höre auf die Aktien. Das zahlt sich mehr aus.

 → Weiterlesen und erfahren, wie Börsengewinne funktionieren.

Reagieren auf den Euro-Abstieg: Ein aktueller Schnell-Wegweiser für Aktien-Anleger in den Gewinnraum

Lage & Szenarien vom 31.7.2022

Hartes Geld mit weichen Brötchen

Von Frank Sauerland

McDonalds kann man mögen und dort mit seinen Kindern hingehen. Man kann die Einkehr bei McDonalds auch problematisch finden, gerade weil die Kinder es lieben, ein Burgermenü jedoch eine Kalorien- und Gesundheits­herausforderung ist.

Man kann sich als mittelalter Mann von den Klicki­bunti­bestell­bild­schirmen überfordert fühlen. Die Kinder beherrschen die Panels und zeigen den Alters­fort­geschrittenen gern, wie es geht. Man kann die Bildschirmbestellerei auch gut finden, da es das Warten am Tresen verkürzt und den Warendurchsatz erhöht.

Man kann finden, Burger­brater­konzerne zahlen schlechte Löhne und sind Ausbeuter. Auch die gegenteilige Ansicht lässt sich vertreten, man wird angelernt, der Job ist sofort da und wer Ambitionen hat, betrachtet es als interne Betriebserkundung und macht ein Franchise auf. Vor allem aber kann man mit McDonalds verdienen und das schmeckt Investoren, auch wenn ihnen die Burger nicht munden oder vom Arzt verboten sind.

1000 Prozent Gewinn waren mit der Aktie möglich. → weiterlesen

Reagieren auf den Euro-Abstieg: Ein aktueller Schnell-Wegweiser für Aktien-Anleger in den Gewinnraum

Lage & Szenarien vom 24.7.2022

Der Abstieg

Von Frank Sauerland

Der Abstieg ist epochal, und das Ärgerliche ist, er betrifft mich und einige andere wohl auch. Wir sitzen nicht in der Loge und schauen zu, sondern wir sind mit auf der Bühne und aufgeführt wird ein Drama. „Eurodrama” heißt das Stück, und oben ist das Reklameplakat dazu. Es hängt weltweit aus und es ist richtig gut, denn jeder versteht es sofort, und so wird der Zulauf aus dem Publikum groß sein.

Die Nichteuropäer werden sich unterhalten lassen von dem saftigen Stück, Bildungsbürger werden wissend den Kopf wiegen und auf die Lateinische Münzunion verweisen. Romantiker werden weinen, Krieger werden klatschen, vor Begeisterung und zur Anfeuerung. Staunen werden Politiker: Die Gesetze des Dramas sind unerbittlich und haben sich seit Aristoteles nicht geändert.

Für Lage & Szenarien sind bei dem aufgeführten Drama die Investoren interessant. Wie reagieren Investoren, die von weither kommen, von außerhalb Europas? Wie agieren europäische Investoren, die mit auf der Bühne stehen, die Mithandelnde oder Mitbehandelte sein werden?

 → Hier klicken und Antworten lesen, auch auf die Frage, wie ich mich als Anleger verhalte

Lage & Szenarien vom 17.7.2022

Wie es weitergeht

Von Frank Sauerland

Ich nehme den marktbreiten US-Aktienindex S+P 500 als General­anzeiger, um mir sommerlich knapp über die Situation an den Märkten klar zu werden. Fünf aufeinander folgende Handelstage verzeichnete der S+P 500 Verluste. Um am Freitag, dem derzeit letzten Handelstag, um 1,9 Prozent nach oben zu schnappen: maximale Verwirrung bei den Markt­teilnehmern, was denn nun?! Hoch oder runter, wie geht es weiter?

Nun ja, es ist geradezu die Aufgabe des Marktes, für Verwirrung zu sorgen. Nur wenn die Mehrheit verwirrt ist, kann eine Minderheit Gewinn machen. Wenn alle dieselbe Meinung haben, also glauben, unverwirrt zu sein, dann haben sie sich schließlich schon entsprechend am Markt positioniert. Sie haben zum Beispiel alle bereits gekauft. Und damit steht die unverwirrte Mehrheitsgruppe zuverlässig auf der falschen Seite: Die Kurse werden sinken, denn die Mehrheit hat gekauft, es fehlen weitere Käufer. Äh, verwirrt das jetzt?! … Ich wollte sommerlich kurz bleiben, also:

Brad McMillan ist Chefinvestor beim Commonwealth Financial Network, und er sagt dem Wall Street Journal am Freitag, dass die Kurse nun näher an den erwarteten Gewinnen der Unternehmen seien: „Wir sind in einem Bodenbildungsprozess.”

 → Eine klare Markt­prognose: hier klicken

Lage & Szenarien vom 10.7.2022

Deutsche Telekom - die Riesen-Chance

Von Frank Sauerland

Die Lage: Ich nehme den breit angelegten US-Aktienindex S+P 500 als großen Marktanzeiger. Er verbuchte in der abgelaufenen Woche Kursgewinne. Insbesondere die bislang verprügelten Big Tech-Aktien machten Boden gut. Da die US-Zentralbank Fed die Zinsen erhöht, war allgemein in letzter Zeit die Angst verbreitet vor dem Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession. Doch die jetzt vom Labor Department veröffentlichten Arbeitslosen­zahlen zerstreuten die Sorgen, zumindest für diese Woche: In den USA wurden 372.000 neue Jobs gemeldet, erwartet worden waren lediglich 250.000.

Das Szenario: Nach einem schlimmen ersten Aktienhalbjahr kommt die Ahnung einer sommerlichen Entspannung auf. Beim Ukraine-Krieg setzt Gewöhnung ein, Deutschlands Gas-Malaise interessiert international niemanden und über ein am Horizont flackerndes Euro-Krisengewitter will man sich während eines Sommers am Strand keine Sorgen machen, schließlich könnte das auch nur ein harmloses Wetterleuchten sein, welches sich wieder verzieht. Der Euro-Kurs sinkt gegenüber dem Dollar, damit ist das Thema vorerst ausreichend in den Markt eingearbeitet. Mitte der kommenden Woche werden in den USA neue Daten zur Inflation veröffentlicht, sie dürften der Katalysator sein für die Börsenkursverläufe in der Restwoche.

Zum Weiterlesen klicken → Details und Charts zur Deutschen Telekom-Aktie

Lage & Szenarien vom 3.7.2022

Die Smarten warten

Von Frank Sauerland

Sommer 2022 in Bremerhaven: Die Blech­planken­verkleidung des Parkhauses hat Lücken und ermöglicht den Blick hinaus auf zwei Container­brücken des Überseehafens. Ein Spreader, ganz klein im Bild, kommt frei von einem gerade abgestellten Container und saust nach oben. Draußen flirrt die Mittags­hitze, im Parkhaus ist es kühl.

Das Bild ist auch Symbol. Die Wirtschaft brummt, der Investor parkt und wartet. An der Börse ist wenig zu holen aus Gründen, die andere und ich seit Wochen aufgeschrieben haben.

An dieser Stelle kann der eilige Leser die Lektüre bereits beenden, einen ähnlichen Hinweis gab ich schon letzten Sonntag … Ist das Depot defensiv aufgestellt oder auf Kernpositionen abgeschmolzen, bleibt wenig zu tun. Man parkt mit kühlem Kopf und schaut zu, wie die Wirtschaft noch brummt und die Börsenhitze den ein oder anderen Handels­hektiker zum Schwitzen bringt.

Das erste Halbjahr 2022 ist zu Ende und ergab für Aktien im markt­repräsentativen Index S+P 500 einen Verlust von 20 Prozent, was der schlechteste Halbjahreswert seit 1962 ist. Gewinner des Jahres waren bisher die Öl- und Gaswerte, auch Rüstungs­aktien verzeichneten steigende Kurse. Verlierer waren die Tech-Aktien, die im Jahr zuvor angesagt waren.

Die US-Zentralbank Fed bekämpft die gestiegene Inflation, indem sie die Zinsen erhöht; hier sind aktuell interessante Beobachtungen zu machen: Die Zins­erhöhungen könnten Wirkung zeigen (...)

Weiterlesen → Warum die Fed die Markt­bedingungen ändern kann

Die Lage & Szenarien-Analysen von Frank Sauerland aus dem 1. Halbjahr 2022 sind im Aktien-Blog hier zu finden.

Ansichten anderer Anleger

Wer Angst hat, nutzt niedrige Kurse nicht zum Kauf

9.9.2021 - Ein Gespräch mit Sascha Huber. Er ist Experte für Kryptowährungen und Technologie-Aktien bei BörseGo. → weiterlesen

In welchen Sektoren heute die Zukunft gemacht wird

26.5.2021 - Ein Gespräch mit Andreas Woelfl,  dem Gründer und Gesellschafter des Liechtensteiner Finanzserviceproviders iMaps Capital Markets → weiterlesen

Vermögensbildung auf schwäbische Art

21.5.2021 - Ein Gespräch mit Tim Beckmann. Er ist Business Development Manager beim Deutschen Sparkassenverlag → weiterlesen